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Brennstoffzelle - Wasserstoff

im Hochschwarzwald und Freiburg
     

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Buggi 50 am 13.11.2010 in Weingarten: Blick nach Nordosten über Freiburg zu Roßkopf (rechts) und Kandel (Mitte oben)
Buggi 50 am 13.11.2010 in Weingarten: Blick nach Nordosten über
Freiburg zu Roßkopf (rechts) und Kandel (Mitte oben)

Brennstoffzelle, Wasserstofftexchnologie, ...

 

Freiburg bekommt bis Ende 2011 eine Wasserstofftankstelle

Wie werden Autos künftig angetrieben? Elektromotoren sind eine Möglichkeit. Deren Nachteil: die schweren Batterien. In Freiburg forscht das Fraunhofer Institut jetzt an Brennstoffzellen, die ihre Energie aus Wasserstoff beziehen.

Freiburg bekommt eine Wasserstofftankstelle. In Deutschland gibt es erst vier solcher Tankstellen. Fahrzeuge, die von einem Elektromotor angetrieben werden, gelten als Alternative zum herkömmlichen Verbrennungsmotor. Ein solcher Elektromotor lässt sich nicht nur mit einer Batterie (Akku) betreiben, sondern auch mit einer Brennstoffzelle, die Wasserstoff nutzt. Das Projekt in Freiburg wird rund eine Million Euro kosten und Ende 2011 betriebsbereit sein. Dafür gibt es Fördermittel des Landesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr. Das Land messe "der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie seit vielen Jahren große Bedeutung bei", sagte Ministerialrat Stefan Gloger bei der Präsentation des Projektes am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Es wird die Anlage bauen. Der südbadische Energieversorger Badenova ist ebenfalls mit im Boot.

Die Tankstelle wird die komplette Wasserstoffenergiekette umfassen. Dazu zählen eine Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung von emissionsfreiem Strom. Mit diesem Strom wird Wasser in einem sogenannten Elektrolyseur in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Auch ein Wasserstoffspeicher und eine Verdichtungsanlage für das flüchtige Gas sollen am Standort installiert werden. "Das ISE bringt hier über 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Solarenergie- als auch in der Wasserstofftechnologieforschung ein", sagt Christopher Hebling, Abteilungsleiter Energietechnik. Am Institut wurden Brennstoffzellen für Handys und Laptops entwickelt. Bei dem neuen Projekt geht es aber nicht nur um die Mobilität der Zukunft. Es geht auch um eine moderne Stromversorgung. Der Wasserstoff wird nicht zwingend dann hergestellt, wenn gerade die Sonne scheint. Er wird immer dann erzeugt, wenn im Netz gerade ein Überschuss an Strom besteht – zum Beispiel nachts. Das dient der Stabilisierung des Badenova-Stromnetzes. Damit übernimmt die Anlage eine Aufgabe, die bisher vor allem Pumpspeicherkraftwerken vorbehalten war. Allerdings gehen bei den Umwandlungsprozessen große Mengen Energie verloren. Die Befüllung eines Fahrzeugtanks mit Wasserstoff, der auf 700 bar verdichtet wird, benötigt nur drei Minuten – ein deutlicher Vorteil im Vergleich zu einem batterieelektrischen Fahrzeug. Das Laden einer Batterie dauert mehrere Stunden.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler forscht seit vielen Jahren auf diesem Gebiet. Im Jahr 2015 sollen Modelle der B-Klasse mit Brennstoffzelle auf den Markt kommen. Gerd Sailer, Produktmanager der B-Klasse ist überzeugt, dass es bis dahin genügend Tankstellen gibt. 180 sind nach Ansicht von Experten in Deutschland nötig, um von einem flächendeckenden Angebot sprechen zu können. Das Kilogramm Wasserstoff werde heute an den bestehenden Tankstellen für neun Euro abgegeben, sagt Sailer. Bei einem Tankinhalt von vier Kilogramm macht das 36 Euro pro Tankfüllung aus. Diese reiche mit einem Fahrzeug der B-Klasse für etwa 300 Kilometer. Das Auto freilich hat seinen Preis: Im Leasing werde man es für rund 1000 Euro pro Monat anbieten, sagt Sailer. Doch nicht nur für Autos soll der Wasserstoff eingesetzt werden. In Freiburg arbeitet das ISE daran, eine mit Brennstoffzellen ausgerüstete Elektro-Fahrradflotte für den Einsatz in der Innenstadt zu realisieren. Diese speziell für den Lastentransport gedachten Pedelecs werden – wie der Name nahelegt – ganz traditionell mit Muskelkraft per Pedalantrieb bewegt, wobei der Elektromotor sich beim Treten unterstützend zuschaltet.
Bernward Janzing, 9.12.2010



 

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