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Blick vom Schauinsland nach Osten über Hofsgrund zum Feldberg am 28.11.2013 - der erste Schnee in diesem Winter

 

Das Land lässt Seniorenprojekt im Kleinen Wiesental alt aussehen

Die emotionalen Wellen schlugen hoch beim „Runden Tisch“ in Tegernau im Kleinen Wiesental, bei dem die an einer Mitarbeit interessierten Bürger des Projekts „Alt werden in gewohnter Umgebung“ über den aktuellen Projektstand informiert werden sollten. Entgegen ersten Informationen, wonach die Bewilligung der Projektförderung eine „reine Formsache“ sei, musste Alexander Hölsch vom Büro SPES bekannt geben, dass seitens des Ministeriums für den ländlichen Raum neue bürokratische Hindernisse in Aussicht gestellt werden……
Alles vom 28.11.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/kleines-wiesental/das-land-laesst-seniorenprojekt-alt-aussehen–77736264.html

 

 

SPES Zukunftsmodelle e.V.

Im Verein ‚SPES Zukunftsmodelle e.V.‘ haben sich Menschen zusammen geschlossen die zur Stärkung der Lebensqualität beitragen wollen, indem sie Methoden zur Bürgerbeteiligung, Modelle für Nahversorgung und Nachbarschaftshilfe, Konzepte im Blick auf den demographischen Wandel, Initiativen für die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und weitere Zukunftsmodelle entwickeln. Der Verein unterstützt Gemeinden und Regionen, die diese Modelle umsetzen wollen. Unterstützte Zukunftsmodelle:
– Lebensqualität durch Nähe LQN
– Dienstleistungen und Ortsnahe RundumVersorgung DORV
– Zeitbank 55+
– Alt werden in gewohnter Umgebung
– Schule, Wirtschaft, Nachhaltigkeit

Ingrid Engelhart, Geschäftsführende Vorsitzende , Tel 0761/5144-244, engelhart@spes.de
www.spes.de

 

 

Zeitbank 55+ – so funktioniert das Zeitspenden

Wer in eine Zeitbank 55 + eintreten will, füllt als Neumitglied zuerst mal eine Liste aus. Auf dieser kann man ankreuzen, was man selbst an Fähigkeiten oder Tätigkeiten einbringen möchte und was man sucht. Jedes Mitglied erhält einen Ausweis und als Start einen Stundenblock mit einem Zeitguthaben von fünf Stunden. Wenn man Hilfe benötigt, sucht das Zeitbankbüro im Verein vor Ort, in dem man registriert ist, einen möglichen Helfer. Ist dieser gefunden und kommt beim Hifesuchenden vorbei, so stellt dieser für jede geleistete Stunde einen Scheck vom Stundenblock aus. Die Stunden lässt sich der Helfer vom Zeitbankbüro auf ein Stundenkonto buchen. Leistet man selbst Hilfe, bekommt man dafür Stunden auf sein Konto. Damit kann man Guthaben-Stunden ansparen. Diese Guthaben-Stunden kann man dann wieder für Hilfe abrechnen, die man selbst in Anspruch nimmt. Übers Internet oder eine direkte Anfrage beim Vereinsvorstand kann man sein Kundenkonto abfragen. Alle Zeitbank-Mitglieder sind in einem Zeitbankbüro registriert, zusätzlich gibt es regelmäßige Stammtische zum besseren Kennenlernen.

 

Lebensqualität durch Nähe LQB – Auftaktveranstalung in Elzach

Die Elzacher haben offenbar Feuer gefangen für ihre Stadt samt Ortsteilen – das scheint nach der Auftaktveranstaltung des Projekts „Lebensqualität durch Nähe“ sicher. Rund 200 interessierte Bürger kamen dazu ins Haus des Gastes. Und noch lange nach Ende der Veranstaltung wurde intensiv in lockerer Runde weiterdiskutiert.
„Lebensqualität durch Nähe“, kurz „LQN“, klingt zunächst unkonkret. Gemeint ist ein Projekt, welches vom EU-Programm „Leader“ sowie von der Landesregierung und auch von der Kirche unterstützt wird. Umgesetzt wird es mit Hilfe des Vereins Spes-Zukunftsmodelle e.V. Was bedeutet nun „LQN“? Das erfuhren die Bürger an diesem Abend gleich mehrfach. Verschiedene Bürger aus Elzach und den Ortsteilen hatten sich zu den Themen Stadtplanung, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Landwirtschaft und Ökologie, Freizeit, Kultur und Tourismus, Jugend, Familie und Senioren Gedanken gemacht. Zunächst freute sich Bürgermeister Holger Krezer in seiner Begrüßung über die tolle Resonanz:“Mit Ihrer Anwesenheit zeigen Sie, dass Ihnen das Thema Stadtentwicklung am Herzen liegt“. Das bestätigte LQN-Projektleiter Andreas Hölsch. Er wird Elzach die kommenden 18 Monate betreuen. Als treibende Kraft nannten beide den ehemaligen Stadtrat Dieter Maier, der es schaffte, auch den Gemeinderat mitzubegeistern.
Was also heißt nun „LQN“? Hölsch erklärte: „Lebensqualität ist, wenn ich weiß, wo meine Produkte herkommen. Wenn der öffentliche Nahverkehr stimmt. Wenn breites Angebot an Waren angeboten wird und so weiter“. Und wenn sich die Einheimischen nicht wohl fühlen, so Hölsch, dann fühlen sich auch Gäste nicht wohl. Dabei seien Negativentwicklungen ganz schnell in einer Stadt sichtbar. Deshalb seien alle gefragt, an einer Verbesserung eben dieser „Lebensqualität durch Nähe“ zu arbeiten.
Architekt Mario Eggen gab seine Gedanken zur Stadtplanung bekannt. Es gelte, mehrere Ziele zu definieren. Zum Beispiel könnten kurzfristig leere Schaufenster gestaltet werden, während man sich mittelfristig um die Nutzung der Plätze kümmern sollte. Die Stadtplanung bilde den Rahmen, man müsse einen roten Faden finden, der die „Wiedererkennung“ des Ortes erhöhe. Eine „neue Mitte“ wie der Oberprechtäler Kurpark könnte solche Erkennbarkeit erhöhen. „Aber wofür soll Elzach bekannt sein?“, fragte Eggen in die Runde. „Wir müssen den Mut haben, dies gemeinsam zu entscheiden und es mit aller Konsequenz zu tragen“
Matthias Hirschbolz, ehemaliger Stadtrat, und Geschäftsmann Ulrich Volk nahmen sich dem Thema „Gewerbe, Handel und Dienstleistungen“ an. In Elzach gäbe es eine „ausgeprägte Kritikkultur“ monierten die zwei. Zu oft werde erst abgewartet, wie sich etwas entwickelt: „Zu viele Zuschauer, zu wenig Akteure“. Doch das sei nicht das alleinige Problem. Fehlende Fachärzte und Kundenabwanderung ins Kinzigtal oder nach Freiburg seien nur einige der vorhandenen Probleme. „Wieso schaffen es andere Gemeinden?“, fragten Hirschbolz und Volk und hoffen: „Möge es Aufbruchstimmung geben, die Elzach nach vorne bringt.“
„Was passiert, wenn Wiesen und Äcker nicht mehr bewirtschaftet werden, wenn der Wald verwildert?“ Das fragte Landwirtin Martina Kury, die daran erinnerte, dass mit der Landwirtschaft viele vor- und nachgelagerte Arbeitsplätze verbunden seien. „Wir leben und investieren in Elzach“, so Kury. Dank der Landwirtschaft werde die Landschaft offen gehalten, bleibe die Vielfalt erhalten und die Wertschöpfung fände vor Ort statt.
Dieter Maier referierte zum Thema „Ökologie“ und nahm auch Stellung zu der Verkehrssituation in Elzach. Auch nach dem Bau der neuen B 294 sei mit erheblichem Quellverkehr („hausgemachtem“ Verkehr) zu rechnen. Weiter müsse man bei der Energiegewinnung darauf achten, „dass die Lebensqualität nicht zu Lasten unserer Kinder“ verbessert wird.
Die Gewerbetreibenden Michaela Bloss und Thomas Landwehr hatten Interessantes zum Thema „Freizeit, Kultur und Tourismus“ vorbereitet. Das Herzblut schwang bei beiden förmlich mit. So glauben sie daran, dass in „unserem historischen Handwerkerstädtle viele Möglichkeiten stecken, die man noch besser nutzen könnte“. Bloss nannte die Yacher Projekte als gutes Beispiel, wie man sein Potenzial ausnutzen kann. Die Vereine seien das „Rückgrat unserer Kultur“ und sollten unterstützt werden. Es müsse positiv gedacht, die Tradition und Geschichte neu belebt werden. „Zeigen wir unsere Identität und gestalten unser Städtle wie unser Wohnzimmer“, so Bloss und Landwehr, die auch daran erinnerten, dass die Touristen nur kommen, wenn es mehr Freizeitangebote und Kultur gibt.
Rita Andris hatte sich mit den Jugendlichen Samuel, Robin, Sven und Florin um das Thema Jugend gekümmert, „weil sie mir am Herzen liegen“, so Andris. Die Erwachsenen hätten Verantwortung für die Jugendlichen, es nutzen keine „erhobenen Zeigefinger, sondern offene Ohren und tatkräftige Hände.“ Bei einer Umfrage unter 14- bis18-jJährigen Jugendlichen hat das Team festgestellt, dass insbesondere ein zentraler Treffpunkt in Elzach fehle und auch ein Jugendgemeinderat auf der „Wunschliste“ stehe.
Heike Hin setzte sich mit dem Thema „Familie“ auseinander. Kinderbetreuung sei eine große Aufgabe für Elzach, erste Schritte habe es bei der Ferienbetreuung gegeben. Vielleicht könnte in Elzach auch eine Tauschbörse oder eine Nachbarschaftshilfe entstehen, so Hin, die auch Schulwege oder Fahrdienste als Stichworte für die Zukunft nannte. Monika Greulich wünschte sich für „ihr“ Thema „Senioren“ viel Gemeinsamkeit von Jung und Alt: „Senioren wollen am Leben in der Gemeinde teilhaben“, fragte aber auch: „Wo kann sich ein rüstiger Rentner einbringen? Wo bekommt er Hilfe, wenn die Kräfte nachlassen?“
Vieles, sehr vieles wurde angesprochen, der Funke sprang über. “ Jeder kann mitmachen, wie und wie oft er will und kann“, ermunterte Projektleiter Hölsch, bevor es an den Stellwänden zu vielen Gesprächen kam. Dort konnte man Ideen gleich einbringen. So tummelten sich dort viele Bürger, schrieben, diskutierten und planten. Die Stellwände mit der Ideensammlung sind jetzt in Sparkasse und Volksbank ausgestellt.
1.10.2009, Silke Nitz

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