Einkommen

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Blick nach Osten von der Dreisambrücke beim Ebneter Wasserwerk am 5.2.2013 – Winterspaziergang im Schnee

Einkommensverteilung, Bürgergeld, Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), ….

 

BGE: Bedingungsloses Grundeinkommen – was ist das?

Ein Grundeinkommen ist ein
– allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes,
– in existenzsichernder Höhe (Armut verhindernd, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichend),
– ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens-/Vermögensprüfung),
– ohne Arbeitszwang und -verpflichtung bzw. Tätigkeitszwang und -verpflichtung
vom Staat ausgezahltes Grund-Einkommen.Weitere Einkommen sind anrechnungsfrei möglich. Alle genannten Kriterien kennzeichnen das Grundeinkommen als ein *bedingungsloses*.
Es gibt schlicht und ergreifend keine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens. Dadurch unterscheidet sich ein Grundeinkommen von einer Grund- oder Mindestsicherung.
Ein Grundeinkommen ist kein sozialpolitisches Projekt, welches versucht, Marktdefekte zu reparieren. Es ist ein Projekt für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Es weist über die bestehende Gesellschaft hinaus
Mehr dazu auf www.archiv-grundeinkommen.de

 

 

Einkommen ALG II versus Einkommen als Selbständiger

Der Selbständige kann nur dann 100.000 € im Jahr verdienen, wenn er dafür arbeitet und meist mehr als 40 Std. pro Woche Zeit aufwenden muss. Der ALG II Bezieher muss für sein Einkommen keine Gegenleistung erbringen. Der Selbständige ist nicht krankenversichert. Er muss daher aus seinem Verdienst die Krankenversicherung bezahlen. Der ALG II Bezieher bekommt seine Krankheitskosten erstattet. Der Selbständige bezieht sein Einkommen nicht mehr sobald er in Rente geht. Er bezieht auch kein Einkommen, wenn seine Aufträge wegbrechen. Der ALG II Bezieher hat Anspruch auf die Grundsicherung ein Leben lang.
Daher sind von dem Einkommen des Selbständigen zumindest die Kosten abzuziehen, die er aufwenden müsste, um Krankheit und Lohnfortzahlung in Krankheits- bzw. Rentenalter oder Arbeitslosigkeit abzusichern. Für einen angestellt Beschäftigten sind für diese Unwägbarkeiten Kosten von etwa 40% des Bruttolohnes anzusetzen. Dies entspricht in etwa einem Betrag von 36.000 € pro Jahr. Seine Vorsorgeaufwendungen kann der Selbständig mit etwa 7.000 € pro Jahr bei der Steuer geltend machen. Somit sinkt seine Steuerbelastung auf etwa 32.000 € pro Jahr. Von seinem Verdienst von 100.000 € verbleibt dem Selbständigen damit noch ein Betrag von 32.000 €. Der alleinstehende ALG II Bezieher bezieht etwa 11.000 € pro Jahr.
Der Unterschied beim frei verfügbaren Einkommen liegt zwischen einem mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitenden Selbständigen im Vergleich zum Langzeitarbeitslosen überschlägig gerade mal bei 21.000 € pro Jahr oder 1.750 € pro Monat. Zu beachten ist, dass die Grünen die sog. Gerechtigkeitlücke bereits bei gut der Hälfte des hier zu Grunde gelegten Einkommens sehen. Wer mehr als 60.000 € im Jahr verdient, hat nach Ansicht von Andreae und Trittin schon viel zu viel Geld, und muss gefälligst etwas abgeben, damit Deutschland sich die südeuropäischen Schulden aus europäischer Solidarität auch leisten kann, ohne bei den ALG II Beziehern kürzen zu müssen.
28.4.2013, Rainer Brombach

Die Grünen wollen den Spitzensteuersatz nach 53% Kohl, 42% Rot-Grün, 45% Merkel auf 49% ab 9/2013 erhöhen..

 

 

Wann kommt das bedingungslose Grundeinkommen?

Was aus diesem Beitrag hervorgeht, was sich alle Leser wieder mal ins Gedächtnis rufen sollten: Wir haben 6,8 Millionen Langzeitarbeitslose, auch „Hartz-IV-ler“ genannt, plus Menschen, die sich in gewissen Umschulungs- oder seltsamen Beschäftigungsmaßnahmen befinden, sowie Menschen, die in so genannten Bedarfsgemeinschaften ihr Dasein fristen, plus die 3,2 Millionen, die offiziell als arbeitslos gelten. Das sind zusammen weiter über zehn Millionen Menschen, die keine Perspektive haben wieder ins Berufsleben zurückzufinden! Das ist die Realität, aber diese wird uns von den Mainstream-Medien noch immer schön gerechnet, geredet. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dieses Lügengebäude einstürzt, wann dieser Unsinn nicht mehr bezahlt werden kann, außer man macht sich mal Gedanken über ein bedingungsloses Grundeinkommen.
BZ-Blog vom 14.8.2010 von Martin Klipfel, Schopfheim

Macht Geld glücklich – steigert mehr EInkommen die Lebenszufriedenheit?

„Wer mehr Geld hat, ist meistens besser gebildet, er ernährt sich besser, ist gesünder ud erfreut sich eines größeren Prestiges.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie des Sozioökonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 4/2013.  Was aber genau die Lebenszufriedenheit bzw. das Glück erhöht, ist daraus nicht ersichtlich. Dazu der Leiter des SOEP Berlin, Jürgen Schupp: „Wenn jemand bemüht ist, seine Zufriedenheit zu steigern, würde ich ihm eher raten, in einen Verein zu gehen und neue Freunde zu finden, als sein Einkommen zu erhöhen.“
18.4.2013

SOEP am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung:
https://www.diw.de/soep

Kulturimpuls Grundeinkommen

Ein Film der klarer sehen lässt.
Thema: Das bedingungslose Grundeinkommen für jeden Menschen – mit oder ohne Arbeit.
„Die Finanzierbarkeit ist geregelt- wir tun uns nur mit der Freiheit schwer.“
https://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

18.2.2009

Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden – Götz Werner

Angst und Gier sind die Teufel, die uns reiten / Götz Werner wirbt bei der Staufener Kulturwoche für seine visionären Ideen. Ein Grundeinkommen, bedingungslos, für jeden — für diese, seine Idee bekam Professor Götz Werner viel Beifall bei seinem Vortrag im voll besetzten Martinsheim anlässlich der Staufener Kulturwoche. Aber wie lässt sich das realisieren? Kam gleich mehrfach die Frage in der sich anschließenden Runde. Auch darauf erhielten die Besucher eine Antwort, die sie dazu ermuntern sollte, sich näher mit Werners Philosophie zu beschäftigen und — so die Intention des Visionärs — den Funken weiterzutragen in die Gesellschaft. Denn, so Werner, erst wenn die Idee epidemisch werde, gebe es einen fruchtbaren Boden dafür. Dem gierigen „Tanz ums goldene Kalb“ setzt Werner ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit entgegen. Da, so ließe sich unterstellen, hat der 1944 in Heidelberg geborene DM-Drogeriemarktgründer gut reden. Die nahezu 2000 DM-Drogeriemärkte erwirtschaften in neun Ländern Europas mit rund 27 000 Mitarbeitern Milliardenumsätze.

Ob er also ein weltfremder Träumer sei, werde er oft gefragt, so ergreift Werner die Flucht nach vorne und schwenkt dabei sein 2007 publiziertes Buch „Einkommen für alle“ , weil dieses Werk genau mit diesem Satz beginne. „Klar“ , bestätigt er, denn ohne einen Traum könne keiner etwas unternehmen. Jeder einzelne habe einen Traum, unterstellt er, und er setzt genau an dieser Stelle an mit seiner Idee — wohl gemerkt: kein Programm, sondern vielmehr eine ethische Haltung. Jeder Mensch entfalte Eigeninitiative, vorausgesetzt er verfüge über die nötigen Freiräume. Das bedingungslose Grundeinkommen biete dafür die Basis. Weg vom sollen, hin zum wollen, so Werner. Will heißen, dass die Menschen mit diesem Grundeinkommen keine sinnlose oder unbefriedigende Arbeit leisten müssen, weil sie die Kohle brauchen, sondern vielmehr angstfrei eine Aufgabe erfüllen, in der sie einen Sinn sehen und in der sie sich weiterentwickeln können. Dabei fängt Werner zum Verständnis seiner Theorie ganz von vorne an und zwingt die Vorstellung seiner Zuhörer durchs „Nadelöhr“ von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Er stellt dem urzeitlichen — agrarisch manufakturellen — Selbstversorger den modernen Konsumenten mit seinem überflüssigen Überfluss (die fünfte Aldi-Bohrmaschine im Hobbykeller) entgegen.

Im Unterschied zur Agrar- und Selbstversorgungswirtschaft früherer Jahrhunderte leben wir heute in einer Fremdversorgungsgesellschaft. Die menschliche Arbeitskraft wird durch die zunehmende Standardisierung und Technisierung immer weniger gebraucht. Wird der Produktionsfaktor Mensch aber aufgrund von Rationalisierung immer weniger benötigt, so folgert Werner, sind andere Lösungen gefragt. Werners Lösungsmodell setzt bei der Steuerpolitik an. Eine Einkommensbesteuerung erachtet er für nicht mehr zeitgemäß, vielmehr brauche es die Konsumsteuer. Konsum bedeute nichts anderes, als eine Entnahme der von der Gesellschaft erbrachten Leistung. Somit sei die Umstrukturierung des Steuerwesens hin zu einer Konsumsteuer, aus der sich dann das Grundeinkommen für jeden finanzieren ließe, nur konsequent. Bahnbrechend? Revolutionär? So weitermachen wie bisher können wir nicht, das steht für Werner fest: „Angst und Gier sind die Teufel, die uns reiten“ . Susanne Müller, 27.10.2008, BZ

Buch „Einkommen für alle“, Götz W. Werner, Verlag Kiepenheuer und Witsch,
ISBN: 978-3-462-03775-3, www.unternimm-die-zukunft.de

 

DM-Chef Götz Werner: 1500 Euro Grundeinkommen für alle

Götz Werner, Chef der Drogeriemarktkette DM und Leiter des Instituts für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe, fordert ein Grundeinkommen für alle Bürger.
Erstmals veröffentlicht in: Frankfurter Rundschau, Freitag, 23. 9.2005, Interview von Ute Diefenbach

  • Ausgangspunkt: Vollbeschäftigung ist nicht mehr möglich („Die Ideologie „Arbeit für alle“ hat ausgedient“)
  • Lösung: Jeder Bürger sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, eine Art Lebensrente. Höhe des Grundeinkommens etwa 1500 Euro
  • Finanzierung: Abschaffung der progressiven Einkommensteuer, Vereinfachung des Steuersystems („Einfachsteuer“), neue Mehrwertsteuer („Konsumsteuer“) von ca. 50 Prozent, Streichung der Lohnnebenkosten.
  • Einfluss des Grundeinkommens auf die Löhne: „Sie würden maximal um den Betrag des Grundeinkommens sinken“ (Götz Werner).
  • Weitere Folgen: „Menschenarbeit würde sich verbilligen und die Maschinenarbeit durch die erhöhte Konsumsteuer gleichermaßen belastet werden“, „Deutschland würde zu einem Investitions- und Arbeitsparadies werden“.

Homepage/Initiative  von Götz Werner:
https://www.unternimm-die-zukunft.de/
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Grundeinkommen von 1500 Euro finanzieren – ein Rechenbeispiel

Mit Anzeigen und Interviews in den großen Zeitungen wirbt der Chef der Drogerie-Markt-Kette dm für die Einführung von Bürgergeld. Nach seiner Meinung haben wir keine Wirtschafts- sondern eine Verteilungskrise. Bis hierher stimme ich den Vorstellungen von Götz Werner zu. Dazu sollte man wissen, dass Werner nicht nur Chef der größten Drogerie-Markt-Kette ist, sondern auch Hochschuldozent und Betriebswirtschaftler.
Die Idee von Götz ist nicht neu und wird in Alaska sogar praktiziert. Sie beinhaltet ein bedingungsloses Grundeinkommen, nach der Vorstellung von Werner so um die 1.500 €, die jeder Bürger bekommen soll, egal ob er arbeitet oder nicht. Dafür soll der Staat alle Steuern streichen und nur die Mehrwertsteuer (MWST.)auf, und hier schwanken die Angaben, 46 % bis 50 % erhöht werden. In Alaska wird das Grundeinkommen aus der Ölgewinnung finanziert, in anderen Staaten der USA gibt es das nicht, dafür aber eine Art Kombi-Lohn-Modell, das Geringverdienern in Form einer „negativen Einkommenssteuer“ das Einkommen aus Steuermitteln auf einen Mindestlohn anhebt.

Die Idee an sich ist toll, aber ist sie auch praktikabel? Was ich bei Werner vermisse, sind konkrete Rechenmodelle, die seine Idee beweiskräftig stützen. Meine Rechnung besagt nämlich, dass dieses Modell nicht finanzierbar ist. Gewiss, ich habe nicht Betriebswirtschaft studiert, bin auch kein Professor, habe (was mir selbst unverständlich ist) keinen Lehrstuhl an einer Uni, aber ich habe gelegentlich im Schulunterricht bei dem Fach Mathematik aufgepasst und somit die Grundrechenarten einigermaßen gelernt. Und so habe ich mal gerechnet.
1.500 € pro erwachsenem Bürger macht bei ca. 62 Millionen Bürgern einen Betrag von 93 Milliarden aus. Das Jahr hat 12 Monate, damit müsste also der Staat jährlich 1,116 Billionen € für das Bürgergeld zahlen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2004 2,21585 Billionen €. Dabei sollte man aber das BIP nicht mit den Einnahmen des Staates verwechseln. Von diesem BIP wurden 2004 1,72529 Billionen € als Konsumausgaben geführt, davon sind 1,31253 Billionen € privater und 412,76 Milliarden € staatlicher Konsum. Rechne ich jetzt also eine MWST. von 50 %, ohne zu berücksichtigen, dass die Preise dann natürlich ein wenig anders aussähen, würde der Anteil des Staates an diesem Konsum 862,95 Milliarden betragen, an welchem er aber mit 206,38 Milliarden Konsumsteuer beteiligt wäre. Auch wenn der Staat seine Ausgabenpolitik in den letzten Jahren drastisch minimiert hat, damit er die Steuern im Bereich der Körperschafts- und Einkommenssteuern senken konnte, muss er immer noch einen Teil seiner Steuereinnahmen für andere Dinge ausgeben, auch über die Diäten für Abgeordnete hinaus. Aber nach meiner nur sehr kurzen Rechnung betrügen die Einnahmen nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was er alleine für das Bürgergeld aufbringen müsste. ….
https://www.flegel-g.de/buergergeld.html

 

Grundeinkommen für Alle – Lösung für die Krise der Erwerbsarbeitsgesellschaft?

„Die Erwerbsarbeitsgesellschaft ist in die Krise geraten. Steigende Produktivität und Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer führen zum Abbau von Arbeitsplätzen – das Arbeitsplatzdefizit in Deutschland beträgt derzeit rund 7 Millionen. Dennoch hält die Mehrheit der politischen Akteure an den Zielen Wachstum und Vollbeschäftigung fest. Viele Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens gehen dagegen davon aus, dass Vollbeschäftigung nicht mehr möglich ist und dass auch deshalb für die Zukunft andere Wege gefunden werden müssen, Menschen mit Einkommen zu versorgen.“ (Netzwerk Grundeinkommen).

„In den Zeiten des Wirtschaftswunders stieg die Produktivität allein zwischen 1948 und 1965 um fast 300 Prozent. Nach Abzug der Sonderkonjunktur erlebte die Bundesrepublik zwischen 1970 und 1995 immer noch eine Produktivitätsverdoppelung. Das geschah aber bereits vor dem Hintergrund steigender Massenarbeitslosigkeit und des Zusammenbruchs großer Teile der alten Industrien, also gebremst. Tatsächlich ist es keineswegs nötig, dass in Deutschland noch 26,5 Millionen unselbstständig Erwerbstätige ihrer Erwerbsarbeit nachgehen. Lothar Späth und der frühere McKinsey-Manager Herbert A. Henzler haben im Jahr 1993 eine Berechnung angestellt: Was würde passieren, schöpfte man das technisch machbare Automationspotenzial in der Bundesrepublik voll aus? Die Antwort: Eine Arbeitslosigkeit von 38 Prozent wäre normal. (Wolf Lotter: Der Lohn der Angst)
Entspricht unter diesen Voraussetzungen das Festhalten am Vollerwerbsmodell nicht irrationalem Wunschdenken? Sollte nicht vielmehr die Situation als Chance begriffen werden? Die zunehmende Befreiung des Menschen von der Arbeitslast entspricht schließlich einem jahrhundertealten Traum an dem Philosophen wie Thomas More, Erich Fromm, Popper-Lynkeus auch die Hoffnung festmachten, die Befreiung des Menschen von der Fron ermögliche ihm um so mehr die Entfaltung als Person.

Grundsätzlich ist unser Sozialversicherungssystem an die Arbeit gekoppelt – durch die Massenarbeitslosigkeit ist es in die Dauerkrise geraten. Politiker sagen, man müsse den Druck auf die Arbeitslosen erhöhen, damit sie wieder Arbeit finden. Prekäre Arbeitsverhältnisse wie Leiharbeit, Befristung, Minijob oder Scheinselbständigkeit ohne tragfähige soziale Absicherung werden so als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt gehandelt oder bereits als Eingliederungserfolg verbucht. Die Arbeitsnorm ist allgemeinverbindlich und wie schon im Stalinismus der 30er Jahre gilt noch immer: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“
Auch das im Zuge der Hartz-Reform neu formulierte Sozialgesetzbuch II spricht von Grundsicherung nur für Arbeitssuchende und erwerbsfähige Hilfebedürftige. Die Strategie heißt Integration durch Arbeit. Doch wo ist diese Arbeit? Sollen mechanisierte und rationalisierte Produktionsabläufe wieder per Muskelkraft ausgeführt werden – und wenn ja, zu welchem (subventionierten) Lohn? Befürworter des bisherigen Systems setzen ihre verzweifelte Hoffnung in Verteilung bestehender Arbeit, Stichwort Arbeitszeitverkürzung und die Schaffung neuer Arbeitsfelder etwa sozialer Dienstleistungen wie der Kleinkinder- und Altenbetreuung. Genug zu tun gibt es zweifellos. Aber die letzten erfolgreichen Arbeitskämpfe für die 35-Stunden-Woche fanden vor 20 Jahren statt. Heute sind die Gewerkschaften stark geschwächt und nehmen in Tarifabschlüssen immer weitergehende Öffnungsklauseln hin, die es den Unternehmen erlauben, die Arbeitszeit nach ihren Belangen zu flexibilisieren und auszudehnen. Und es sind gerade die Gemeinwesenaufgaben, die im Zuge von Hartz IV zum Experimentierfeld für so genannte Ein-Euro-Jobs wurden.

Die Krise als Chance zum Systemwechsel
Die weiterhin hohen Arbeitslosenzahlen zeigen, dass die bisherigen Lösungsansätze gescheitert sind und ein Paradigmenwechsel erforderlich ist. Kann die Lösung in einem Grundeinkommen liegen, das dem Bürger eine bedingungslos sichere Existenz ermöglicht, frei von Entmündigung durch materielle Existenzangst und Arbeitszwang?
Matthias Brake 28.10.2005
https://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21221/1.html vom 28.10.2005

 

BGE – dieses Modell funktioniert einfach nicht
Ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000 € pro Person und Monat kostet insgesamt fast eine Billion € pro Jahr. Das sind fast 30% des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Da wir neben dem privaten Verbrauch noch andere Kosten zu tragen haben, wie staatliche Verwaltung, Instandhaltung der Infrastruktur, Erneuerung der Produktionstechnologie, Produktionsenergie, Rohstoffe etc. bleibt nur noch ein minimaler Anteil des BIPs für die Verteilung an diejenigen Bürger übrig, die nach wie vor freiwillige Leistungen erbringen wollen. Arbeit kann in der Welt des bedingungslosen Grundeinkommens somit nur noch mit minimalem Nettolohn vergütet werden. Wenn Sie nun zusätzlich noch Arbeit im Wert von 1.000 € pro Monat gering besteuern, bedeutet das, dass für zusätzliche über den Wert von 1.000 € hinausgehende Arbeit überhaupt kein Nettoentgelt mehr gezahlt werden kann. Sie muss damit unentgeltlich erbracht werden.
Da die meisten Menschen in Deutschland ein vielfaches von 1.000 € brutto im Monat verdienen, wird in der Welt des bedingungslosen Grundeinkommens kombiniert mit ihrem steuergünstigen Hinzuverdienst von 1.000 € der größte Anteil der heute erbrachten Arbeitsleistung einfach nicht mehr erbracht werden, weil sie nicht bezahlt wird. Damit fällt ein Großteil der heute am Markt angebotenen Leistungen ersatzlos weg. Unser Lebensstandard verfällt massiv. Somit funktioniert dieses Modell einfach nicht.
25.5.2013

 

„Gerechte“ Einkommensverteilung in Sozialismus und Kapitalismus

Der Sozialismus sorgt für eine gerechte Verteilung der Güter und der Einkommen, während der Kapitalismus diese nur bei wenigen Reichen anhäuft. Dieses Statement ist falsch.
Der Kapitalismus sorgt dafür, dass ein möglichst hohes Bruttosozialprodukt erwirtschaftet wird. Die Verteilung der Gewinne ist nicht seine Aufgabe, sondern diese obliegt dem Staat und der sozialen bzw. christlichen Gesinnung derjenigen, die hohe Gewinne erzielen. Im Gegensatz dazu ist der Sozialismus überhaupt nicht in der Lage, genügend Güter zu erwirtschaften, damit überhaupt etwas verteilt werden kann. Er verteilt nämlich schon die Produktionsmittel, wodurch die Wirtschaft erst gar nicht voll anlaufen kann.
Christentum und Kapitalismus ist somit kein Widerspruch. Die vom Christentum geforderte gerechte Einkommensverteilung muß nur politisch durchgesetzt werden.
Christentum und Sozialismus/Kommunismus hingegen passen nicht zusammen. Grund: Der Christ kann seiner Verpflichtung zur Nächstenliebe mangels verteilbarer Güter erst gar nicht nachkommen.
3.11.2013

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