Aktionsbündnisse gegen die B 31 neu
Pressemitteilung vom 29. Oktober 1996

Ein schwarzer Tag für die Umwelt
Konrad-Guenther-Park wurde geräumt und wird bereits abgeholzt

Mit Wut und Trauer reagierten heute die Baumschützer im Konrad-Günther-Park und rund 1000 Demonstranten im und vor dem Park auf die Räumung. Entsetzen herrschte, weil während noch die letzten Baumbesetzer ihren friedlichen Widerstand in den Wipfeln der alten Eichen fortsetzen, mit dem Fällen des wertvollen Baumbestandes begonnen wurde.

Ignoranz und Infamie, warf der Sprecher der Aktionsbündnisse, Reiner Ehret, den verantwortlichen Politikern vor. Ignoranz, weil Sie sämtliche Bitten der Naturschützer, mit dem Abholzen des Parks doch wenigstens bis zur Erledigung der drei noch anhängigen Klagen zu warten, unbeantwortet ließen.
Infamie, weil sie mit dem unmittelbaren Beginn der Baumzerstörung vollendete Tatsachen schaffen wollten. „ Sollte nur eine der drei noch laufenden Klagen erfolgreich sein“, so Ehret, „wird es zur Planungsänderungen, möglicherweise sogar zu einem Baustop kommen“. Dann wären rund 500 bis zu 300 Jahre alte Bäume einem Transitstraßenprojekt geopfert worden, das wegen der privaten Vorfinanzierung ganz scheitern könne. Immerhin gäbe es eine Verfassungsklage in Rheinland-Pfalz gegen diese Art des „Straßenkaufs auf Pump“, die-sollte die Verfassungswidrigkeit festgestellt werden - auch den Bau der B31 neu verhindern können.

Die Aktionsbündnisse werden zusammen mit BUND, VCD, dem Kreisverband und der Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, der Gemeinderatsfraktion der SPD und der Umwelt- und Projektwerkstatt eine angemeldete

Kundgebung unter dem Motto A u f b ä u m e n !
am Mittwoch, den 30. Oktober, um 14 Uhr, auf dem Rathausplatz in Freiburg
 

veranstalten.

Dabei werden die beteiligten Gruppen deutlich machen, daß mit dem Abholzen des einzigartigen Naturdenkmals Konrad-Günther-Park und mit der Vergabe der Bauarbeiten der Widerstand gegen den Bau der leistungsfähigen Fernstraße B31 von Breisach bis Ulm nicht beendet ist, sondern vielmehr erst richtig beginnt.

Unsere Gewaltfreiheit ist unsere Stärke! Unser ungebrochener Wille gibt uns Kraft! Der Widerstand lebt! Der Anblick des zerstörten Konrad-Günther-Parks wird unserer Bewegung neue Sympathisanten und Helfer zuführen.

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 Letzte Änderung: 2. Dezember 1996