Mit dieser spektakulären -und offenbar minutiös vorbereiteten- gewaltfreien Aktion erreicht der Widerstand gegen den geplanten Bau der autobahnähnlichen B31 Ost Neu einen weiteren unerwarteten "Höhepunkt" und eine neue Dimension. Gleichzeitig wird der Öffenlichkeit eindrucksvoll demonstriert, daß von Resignation der Strassenbaugegnerinnen und -gegner keine Rede sein kann; im Gegenteil: Zuspruch und auch finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung waren noch nie so stark wie in den zurückligenden anderthalb Jahren.
Die Aktionsbündnisse unterstützen selbstverständlich diese überraschende Ausweitung und originelle Interpretation der von ihnen Initiierten "Baumpatenidee". Für jeden offenkundig ist der konsequent gewaltfreie und rein defensive Charakter des Unternehmens, von dem sich auch die Arbeit der Aktionsbündnisse seit über fünf Jahren unbeirrt leiten läßt.
Ausdrücklich begrüßt wird auch die von der örtlichen Polizeiführung gezeigte Zurückhaltung so wie die Ankündigung, so lange auf eine Escalation zu verzichten, wie von Seiten der Parkbesetzerinnen und -besetzer keine Anzeichen von Gewaltanwendung erkennbar seien.
Der unzählige male für diesen Herbst angekündigte tatsächliche Baubeginn (zur Erinnerung: der "1.Spatenstich" fand im März 1994, also vor über 2 1/2 Jahren statt!) wird mit dieser heutigen Aktion immer unwahrscheinlicher. Obwohl die Firmenangebote für das privat vorzufinanzierende Projekt seit mehr als vier Monaten vorliegen, ist das "grüne Licht aus Bonn" immer noch nicht erteilt. Ausschlaggebend hierfür dürften die von Anwohnerninnen und Anwohnern angestrengten neuen Klagen sein; Bundesverkehrsminister Wissmann hatte erst vor weingen Tagen erklärt, eine Freigabe der Baumaßnahme werde es erst geben, wenn die Bestandskraft der Planung durch keine juristischen Hürden mehr gefährdet sei.
Genau auf diesem Feld aber tun sich neue Hindernisse auf: Gegen den angeordneten Sofortvollzug für die geplante Kiesaufbereitungs- und Betonmischanlage werden schon in den nächsten Tagen gerichtliche Schritte eingeleitet. die Entschlossenheit der Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich des "Kappler Knotens" wird noch wachsen, wenn sie jetzt erfahren, daß zusätzlich ganz in ihrer Nähe ein Wohnkontainerdorf entstehen soll. Die Aktionsbündnisse rufen die Anwohnerinnen und Anwohner des bedrochten Konrad-Günther Parks und alle Sympathisanten des B31-Widerstands auf, die Baumbesetzerinnen materiell mit Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden zu unterstützen (Kuchen mit heißem Tee oder Kaffee in der Baumkrone - das ist "die echte Krönung"), und sich auch anderweitig zu solidarisieren.
Rückfragen an Helmut Thoma 0761/66336 und Reiner Ehret 07661/980028
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BÖHMschE Dörfer GmBh - Gemeinschaft mit Baumhäusern
Letzte Änderung: 2. Dezember 1996