Protestfloß sticht in See
Umweltschützer wollen in Bonn Verkehrswende einfordern
Breisach, den 14.02.97. Sieben Umweltschützer sind in Breisach zu einer Protestfloßßfahrt nach Bonn aufgebrochen. Auf dem Rhein wollen sie mit ihrem 30 Quadratmeter großen Floßß in knapp zwei Wochen Bonn erreichen. Dort wollen sie von Bundesverkehrsminister Wissmann die Verkehrswende einfordern. So stecke Wissmann Milliarden in Prestigeobjekte wie den Transrapid, neue Telematiksysteme oder den Autobahnausbau, vernachlässige aber die umweltfreundlichen und abgasarmen Alternativen, so einer der Floßfahrer.
Die meist aus Freiburg stammenden Umweltschützer hatten sich zuletzt gegen den geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 31 Ost zwischen Freiburg und Ulm gewandt. Im Oktober hatten sie in Freiburg ein Baumhüttendorf auf der geplanten Trasse errichtet. Dieses war, lange vor dem eigentlichen Baubeginn und ohne letzte Gerichtsentscheide abzuwarten, durch eine spektakuläre Großaktion der Polizei geräumt worden ... . Die B 31 ist nur ein Beispiel, daß sich beliebig erweitern läßt. Auch die geplante Thüringer Waldautobahn oder die A 20 an der Ostseeküste zeigen, daß Wissmann immer noch dem alten Autofetischismus anhängt", sagten die Floßfahrer vor ihrem Start.
Sie führten weiter aus, daß eine moderne, an Klimaschutzzielen ausgerichtete Verkehrspolitik nicht durch immer neuen Raum für den Autoverkehr oder durch milliardenschwere Großprojekte zu erreichen wäre. Dies habe man bereits 1992 in Rio gewußt, schiebe eine Wende in diesem wichtigen Bereich aber weiterhin vor sich her. Die Umweltschützer vermissten das längst überfällige Gesamtkonzept für die Zurückdrängung des Autoverkehrs. Die Förderung des Umweltverbundes aus öffentlichem Nahverkehr, Radfahrern und Fußgängern dürfe nicht nur den Kommunen überlassen bleiben, sondern müsse auch durch die Bundesregierung endlich gestützt werden.
Nicht zuletzt die außergewöhnliche Wahl des Floßes als Fortbewegungsmittel sei ein Signal für die neue Verkehrspolitik. Absolut abgasarm und umweltfreundlich sei es, schlossen die Umweltschützer. "Damit nach uns nicht die Sintflut kommt, sind wir jetzt unterwegs."
Die Aktivisten sind auf dem Floß per Telefon erreichbar: 0171/6410373
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BÖHMschE Dörfer GmBh - Gemeinschaft mit Baumhäusern
Letzte Änderung: 14.Februar 1997