Aktionsbündnisse gegen die B 31 neu

Dieser Text wird angesagt im B-31-Info-Telefon von Montag, den 4. bis Sonntag, den 17. Mai 1998.

Es ist die 386. Ansage.
 

Eine CDU-Bundestagsabgeordnete sagt: “Der Stadttunnel rückt näher”. Ein Regierungspräsident sagt: “Der Stadttunnel steht in den Sternen”. Ein Verkehrsminister sagt: “Wir müssen bald planen, damit wir im Jahr 2005 oder 2006 mit dem Bau beginnen können”. Er sagt auch: “Die bergmännische Bauweise ist nicht drin”. Zu teuer sei die. Was schließt der gläubige Bürger daraus: “Nix genaues weiß man nicht!” Oder doch. Rechnen wir mal: Wenn frühestens 2005 oder 2006 mit dem Bau begonnen werden kann, dann heißt das bei - sagen wir mal - zwei Jahren Bauzeit, daß der Tunnel erst 2007 oder 2008 fertig wäre. Nachdem die B 31 neu aber 2001 in Betrieb gehen soll, wären da 6 oder 7 Jahre, in denen der ganze B 31 - Verkehr inclusive dem innerstädtischen Verkehr durch die Dreisamuferstraßen oberirdisch rollen würde. 70.000 Autos werden das sein, pro Tag und im Durchschnitt. Halt, auch das stimmt so nicht! Wenn nämlich die bergmännische Bauweise vom Minister ausgeschlossen wird, dann kann man den Tunnel nur bauen, indem man die Dreisamuferstraßen aufreißt, den Tunnel also von oben her baut. Und das heißt, daß dann dort jahrelang gar kein Verkehr mehr stattfinden kann. Wir würden gerne einen Ideenwettbewerb ausschreiben für die beste Umleitungsstrecke.  Kartäuserstraße gefällig? Oder Talstraße? Wie wär`s mit der Zasiusstraße? Ein wenig denke ich auch an die Waldseestraße! Finanzieren müsste man das ganze natürlich privat. Hierfür gibt´s sogar ein Gesetz, das Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz aus dem Jahr 1994. Private Geldgeber bauen und betreiben Tunnels oder Brücken auf eigene Rechnung. Mit einer Maut soll die Investition refinanziert, sollen die Zinsen und die Gewinne dann verdient werden. Einen fatalen Fehler hat diese Finanzierungsidee:  Das Gesetz beschränkt derartige Betreibermodelle ausdrücklich auf Projekte außerhalb von Ortschaften. Und das trifft für den Stadttunnel nicht zu. Oder vielleicht doch? Auch diese offene Frage wird sicherlich Freiburgs OB noch vor dem OB-Wahltermin  offen und ehrlich beantworten, wie wir ihn in Sachen B 31 neu seit Jahren kennen! Er hat schließlich den Bürgern und den Gemeinderäten sein Wort gegeben, die
B 31 neu würde nur gebaut, wenn der Stadttunnel “nahtlos” angeschlossen werden könne. Aber vielleicht habe ich das “nahtlos” falsch verstanden. Wahrscheinlich fehlt mir überhaupt der nötige Durchblick für dieses näherrückende, in den Sternen stehende, nicht bergmännische,  nicht zu finanzierende, nahtlose Projekt. Deshalb Schluß jetzt mit der 386. Ansage des B-31-Info-Telefons. Die nächste folgt nahtlos am Montag, den 18. Mai.

Stets gut informiert durch das B-31-Info-Telefon: 07661 5544

V.i.S.d.P.: Aktionsbündnisse gegen die B 31 neu, Reiner Ehret, Scheffelstr. 41, 79199 Kirchzarten, Tel. + Fax: 07661 98 00 28
 

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Letzte Änderung:  11.Mai 1998