Dieser Text wird angesagt im B-31-Info-Telefon von Montag, den 12. bis
Sonntag, den
18. Januar 1998.
Es ist die 377. Ansage.
Es ist ein ebenso beliebter wie infamer Brauch, politische Gegner,
denen man schaden will, in die Extremistenecke zu stellen. So wurden wir
B-31-Gegner jahrelang als gewaltbereit, ja militant bezeichnet. Unsere
Gewaltlosigkeit in den sechs Jahren des Bestehens der Aktionsbündnisse
hat diese dümmlichen Verleumdungsversuche erfolglos bleiben lassen.
In Leserbriefen und Stellungnahmen der Stadt Freiburg wurden in den
letzten Wochen nun ganz andere, faschistische Horrorbilder gemalt: Da sind
wir “geistige Brandstifter”, haben “totalitäres Denken, das auch vor
“Asylbewerberheimen” nicht halt macht. Ja, Siegfried de Witt, ausgerechnet
jener Rechtsanwalt, der gegen den Willen seiner Mandanten und an der Grenze
zum Parteiverrat den B-31-Vergleich aushandelte, versteigt sich in einem
Leserbrief dazu, einen, der unsere Einstellung zur symbolischen Baumkletteraktion
in Böhmes Garten differenziert kommentiert hatte, als (ich zitiere)
“geistigen Wegbereiter für Intoleranz und Terror” zu bezeichnen. “Diese
Geisteshaltung,” so fährt de Witt fort, “hat in der Geschichte Deutschlands
leider viele Vorbilder.” Zynisch fordert er danach “Respekt vor der Meinung
und der Redlichkeit des anderen.”
Drei der Sprecher der Aktionsbündnisse haben daraufhin am 8. Januar 1998 Siegfried de Witt einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie u. a. die Schamlosigkeit brandmarken, mit der dieser inzwischen mit der B-31-neu und anderen Straßenbauprojekten Geschäfte macht. Er ist, immerhin ehemaliger Anwalt der Straßenbaugegner, heute der Anwalt einer Möbelfirma, die Teile der B 31 West vorfinanzieren möchte. Er höchstpersönlich investiert 2,5 Millionen Mark in den ökologisch katastrophalen Bau einer bei Hartheim geplanten Autobahnraststätte. Er war auch tätig, als es um Anfragen zum Bau einer großen Tank- und Rastanlage an der neuen B 31 bei Kirchzarten ging. Ausgerechnet dieser Verräter an der Sache des Umweltschutzes wagt es, uns in die Nähe rechtsextremen Gedankengutes zu bringen. Dagegen wehren wir uns mit großer Entschiedenheit. Wir bitten Bürgerinitiativen und Verbände, die Mandanten von Siegfried de Witt waren, uns Ihre Erfahrungen mit ihm mitzuteilen. Sie erreichen uns unter der Telefon- und Faxnummer 07661 980028.
Dies war das B-31-Info-Telefon für die Woche vom 12. bis 18. Januar 1998. Sie hören eine neue Ansage ab Montag, den 19. Januar.
Stets gut informiert durch das B-31-Info-Telefon:
07661 980028
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Flugis
Letzte Änderung: 11.Januar 1998