Dieser Text wird angesagt im B-31-Info-Telefon von Sonntag, den 4. bis
Sonntag, den
11. Januar 1998.
Es ist die 376. Ansage.
Ministerpräsident Teufel soll`s jetzt richten. Ihn möchte
OB Böhme bitten, sich für die Finanzierung des Stadttunnels in
Bonn stark zu machen, jenes Tunnels, der unabdingbar zum Bau der B 31 Ost
gehören sollte. Das Versprechen des zeitlich nahtlos sich anschließenden
Baus dieser westlichen Fortsetzung der B 31 Ost war jedenfalls für
die Gemeinderäte Anlaß, dem Bau der 7 km B 31 neu mehrfach zuzustimmen.
Jetzt liegt weder eine ausgereifte Planung des Stadttunnels vor, noch besteht
die Aussicht, ihn in absehbarer Zeit aus dem Bundeshaushalt finanzieren
zu können. Deshalb hat Böhme den Vorschlag des Baukonzerns Bilfinger
+ Berger aufgegriffen, der den Tunnel gerne zusammen mit Banken auf 30
Jahre vorfinanzieren würde. Die Rückzahlung sollte durch eine
sogenannte Schattenmaut erfolgen. Das heißt nichts anderes, als daß
der Steuerzahler 30 Jahre lang für jedes Fahrzeug, das den Tunnel
benutzen würde, einen Betrag von zwischen 4 und 5 Mark zu berappen
hätte. Wir haben`s mal nachgerechnet: Bei angenommenen 32.000 Fahrzeugen
pro Tag und DM 4,50 “Schattenmaut” käme man in 30 Jahren auf die stolze
Summe von fast 1,6 Milliarden. Dagegen sind die bisher geschätzten
600 Millionen Mark Baukosten eigentlich direkt günstig!
Die von Böhme dankbar aufgegriffene Finanzierungskrücke hat
einen großen Mangel: Weil sie noch unwirtschaftlicher ist als die
private Vorfinanzierung à la B 31 neu, ist sie von vorneherein verfassungswidrig.
So hat im letzten Jahr der Verfassungsgerichtshof Koblenz entschieden.
Daß OB Böhme das als ehemaliger Finanz-Staatssekretär genau
weiß, macht seine Ankündigung besonders bemerkenswert. Das Finanzierungsmodell
von Bilfinger + Berger jedenfalls ist mangels gesetzlicher Grundlage nur
ein B-31-Böhme-Flop. Und daran kann auch der Ministerpräsident
nichts ändern, genau so wenig wie an der Ebbe in der Kasse des Bundes.
Und die Gemeinderäte müssten eigentlich den sofortigen Baustopp
fordern, nachdem sie ihre äußerst knappe Entscheidung zu Gunsten
des Baus der B 31 Ost auf Grund falscher Informationen getroffen haben.
Dies war das B-31-Info-Telefon für die Zeit vom 4. bis zum 11. Januar 1998. Eine neue Bandansage hören Sie ab Montag, den 12. Januar.
Stets gut informiert durch das B-31-Info-Telefon:
07661 5544
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Flugis
Letzte Änderung: 4.Januar 1998