Dieser Text wird angesagt im B-31-Info-Telefon von Montag, den 20. bis
Sonntag, den
26. Oktober 1997.
Es ist die 367. Ansage.
Unter der Überschrift “Und sie protestieren heute noch” berichtete
“Sonntag aktuell” am
12. Oktober ausführlich über den Protest der B-31-Gegner
in Freiburg und über die künftigen Ziele der in den Aktionsbündnissen
zusammenarbeitenden Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbände.
“Sonntag aktuell” ist die Wochenendbeilage in fast allen Tageszeitungen
im Stuttgarter Großraum.
Deutschland-Radio bereitet ein halbstündiges Feature vor, das
Anfang November gesendet werden wird. Thema ist das Wirken von Bürgerinitiativen
in Deutschland am Beispiel B 31 neu .
Vom 17. bis zum 23. November wird in Budapest ein Jugendkongreß
stattfinden, bei dem die Problematik des Gütertransports in Mittel-
und Osteuropa unter dem Motto “Going for Growing” behandelt wird. Das europäische
Netzwerk der Verkehrsbürgerinitiativen “A Seed Europe” hat die B-31-Aktionsbündnisse
in die ungarische Hauptstadt eingeladen, weil man inzwischen auch europaweit
weiß, welche internationale Transitrolle einmal die B 31 neu von
Breisach bis Ulm spielen soll.
Sie sehen, liebe Info-Telefon-Hörer, unser Thema ist weit über die Grenzen Freiburgs hinaus von Interesse. Erstaunlich hingegen das offenkundige Desinteresse der hiesigen Presseorgane. Dabei gäbe es manches zu berichten, was alle Bürgerinnen und Bürger interessiert, egal ob sie Befürworter oder Gegner der B 31 neu sind: Noch stehen die endgültigen Baukosten nicht fest, weil die Baufirmen Nachforderungen gestellt haben. Noch ist der Streit um die Einhaltung des Vergleichs nicht abgeschlossen. Da wettert ein CDU-Ortsverband, die Bürger fühlten sich wegen des Stadttunnels, der trotz jahrelanger Versprechungen nun nicht gebaut wird, von Politik und Verwaltung belogen und verraten. Da kündigen wir unseren Widerstand an gegen den vierspurigen Weiterbau der B-31-Trasse, um so der Stadt Freiburg und dem Dreisamtal die Funtion einer Transitregion zu ersparen. Nichts davon können die Leute in unserer Region lesen oder hören, es sei denn, sie lesen überregionale Zeitungen oder hören nationale Sender.
Wir betteln nicht um Berichterstattung. Wir geben aber trotz bitterer Erfahrungen die Hoffnung nicht auf, daß unsere hiesige Presse sich ihres Berufsethos wieder bewußt wird, der ihnen vorschreibt, sachlich und ausgewogen Bericht zu erstatten. Heinrich Heine nannte das Verschweigen die typischste Art der Zensur in Deutschland. Dies allerdings zu einer Zeit, als die Zensur qua Grundgesetz noch nicht abgeschafft war.
Dies war das B-31-Info-Telefon für Montag bis Sonntag, 20. bis 26. Oktober 1997. Eine neue Ansage hören Sie ab Montag, den 27. Oktober.
Stets gut informiert durch das B-31-Info-Telefon: 07661 5544
V.i.S.d.P.:
Aktionsbündnisse gegen die B 31 neu, Reiner Ehret, Scheffelstr.
41, 79199 Kirchzarten, Tel. + Fax: 07661 980028
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Letzte Änderung: 19.Oktober 1997