Presseinformation vom 28. Oktober 1997
Sperrfrist 28.10.97 10.30 Uhr
Verkehrsprojekte - 'Millionen in den Lehm gesetzt'
Jahrestag des Baubeginns der B 31 Ost Neu in Freiburg
Freiburg, 28.10.97. 'B 31 Ost Neu - 600 Millionen für`n Arsch'
unter diesem
Motto demonstrierten heute zehn Umweltschützer auf Kloschüsseln
und mit nacktem
Hintern auf der Baustelle der neuen B 31. Sie erinnerten damit an den
spektakulären Baubeginn morgen vor einem Jahr. Damals hatten über
1000
Polizisten ein Baum-Hütten-Dorf im Osten Freiburgs geräumt
und damit den Weg für
die ersten Baumaßnahmen an der Trasse brutal geebnet. Die Umweltschützer
wandten
sich dabei gegen die Millionenausgaben für den Straßenbau.
So werde in
Deutschland nach wie vor neuer Verkehr produziert und die Klimaschutzziele
könnten nur verfehlt werden.
'In ihrer 20jährigen Geschichte hat die B 31 Ost Neu immer mehr
ihrer
demokratischen Legitimation verloren,' sagt eine Sprecherin der Aktion.
So sei
der Freiburger Gemeinderat bei seinen Voten für die Straße
davon ausgegangen,
daß unmittelbar danach ein Stadttunnel unter Freiburg gebaut
werde. Dies plane
die Bundesregierung aber aus finanziellen Gründen nicht. Was die
Umweltschützer
jahrelang prophezeit hatten, räumten der Freiburger Oberbürgermeister
Dr. Rolf
Böhme und Regierungspräsident Conrad Schröder erst ein,
als die Bagger rollten.
Schon bald zeigte sich dann, daß die Bauplanungen des Regierungspräsidiums
auch
gegen einen Vergleich verstießen, den die Stadt mit betroffenen
Bürgern
geschlossen hatte. Sie konnte so einen langen Rechtsstreit abwenden.
Die
Aktionsbündnisse gegen die B 31 versuchten noch gegen diese Abweichungen,
die
für manchen Bürger die Bauzeit um bis zu 1,5 Jahre verlängern
werden, per
Gericht vorzugehen. Man stellte aber fest, daß diese Bürger
durch diesen
ÒwachsweichÊ formulierten Vergleichstext abermals über
den Tisch gezogen wurden.
Ein Jahr nach dem Baubeginn bedauerte nun der Oberbürgermeister,
daß die Bürger
nie direkt zum Bau der Bundesstraße befragt wurden. Dies hatten
die
Umweltschützer ebenfalls jahrelang gefordert. 'Manipulation und
Täuschungen, das
ist die Geschichte der B 31 Ost Neu,' sagt dazu die Sprecherin der
Aktion. Ein
Jahr nach dem Baubeginn könne man die zerstörerischen Kräfte
dieses Bauprojekts
bereits sehen. Eine 50 Meter breite Sandpiste zerschneide das bisher
malerische
Dreisamtal im Osten Freiburgs. Sie würde bei ihrer Fertigstellung
täglich etwa
70.000 Fahrzeuge, darunter 3.500 LKW direkt in die Innenstadt Freiburgs
lenken.
'Die Umweltstadt Freiburg hat mit diesem Projekt ihren Ruf verspielt,'
so die
Sprecherin.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der Rufnummer 0172-7646828
TV-Bildmaterial von der Baumbesetzung und der heutigen Aktion erhalten
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unter
0761/2021300.
Fotos von den Aktivitäten.
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