Ministerpräsident Teufel soll`s jetzt richten. Ihn möchte
Ob Böhme bitten, sich für die Finanzierung des Freiburger Stadttunnels
in Bonn stark zu machen, jenes Tunnels, der unabdingbar zum Bau der B 31
Ost gehören sollte. Da die Finanzierung aus dem Bonner Verkehrshaushalt
für das nächste Jahrzehnt unmöglich ist, hat OB Böhme
dem Gemeinderat in der Drucksache ST 97004 vom 17.11.97 ein Finanzierungsmodell
vorgestellt, das die Baufirma Bilfinger + Berger vorgeschlagen hat, das
sog. BOT-Modell (Built-Operate-Transfer). Dieses Modell sieht eine Vorfinanzierung
des Tunnelbaus - wie bei der privaten Vorfinanzierung der B 31 Ost - durch
das Baukonsortium vor. Die Refinanzierung soll innerhalb von 30 Jahren
(B 31 Ost = 15 Jahre) ab der Inbetriebnahme des Tunnels durch die Zahlung
einer “Schattenmaut” aus dem Bundeshaushalt erfolgen.
Die Aktionsbündnisse haben nachgerechnet: Bei angenommenen
DM 4,50 pro Fahrzeug würde im Laufe von 30 Jahren eine “Schattenmaut”
in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Mark zu zahlen sein statt der 600
Millionen Mark geschätzter Baukosten im Falle einer Haushaltsfinanzierung.
Der Sprecher der Aktionsbündnisse, Reiner Ehret, folgert: “Damit ist
bewiesen, daß das BOT-Modell ebenso unwirtschaftlich ist wie eine
private Vorfinanzierung à la
B 31 Ost neu!” Und diese Unwirtschaftlichkeit sei nach dem Urteil des
Verfassungsgerichtshofes Koblenz vom Mai 1997 ein Beweis für die Verfassungswidrigkeit
dieser Finanzierung.
Daß OB Böhme im Vorfeld des OB-Wahlkampfes im Herbst
1998 verzweifelt versuche, so zu tun, als sei die Finanzierung des Stadttunnels
möglich, sei verständlich, meinte Ehret. Auch passe dies in die
Methode der Täuschung und Verdummung, die Böhme zum Maß
seiner Darstellung der B-31-Realitäten gemacht habe. Entlarvt würde
Böhme durch Verkehrsminister Schaufler höchstpersönlich,
der ihm in einem Brief vom 30. 10. 1997 wörtlich schreibe: “ Allerdings
ist die von Ihnen vorgeschlagene private Vorfinanzierung ausgeschlossen.
Hierzu ist von seiten des Bundes bereits deutlich gesagt worden, daß
außer den zur Zeit laufenden Projekten - so auch die B 31 Ost - keine
weiteren über diese Finanzierungsform realisiert werden.” (Faksimile
auf Anforderung!)
Da man aber - fuhr Ehret fort - für die Benutzung eines
innerstädtischen Tunnels generell keine Maut direkt vom Autofahrer
abverlangen könne, sei nur die Haushaltsfinanzierung denkbar. “Und
dort hat der Stadttunnel bis weit ins nächste Jahrhundert hinein keine
Chance, weil dutzende andere Projekte, die - im Gegensatz zum Stadttunnel
- bereits im “vordringlichen Bedarf” stehen - noch auf Jahre hin unfinanzierbar
sind,” schloß Ehret seine Analyse.
“Die Aktionsbündnisse fordern auch wegen des Nichtbaus des
Stadttunnels den sofortigen Baustopp.” Das von Böhme propagierte “Gesamtkonzept
B 31 neu u n d Stadttunnel” könne dann vielleicht doch
noch Realität werden, wenn der Bund sich mit dem zweispurigen Ausbau
der neuen
B 31 begnügen würde. “Damit wäre den Ebnetern
geholfen und gleichzeitig der Transitverkehr abgewehrt!” Eine zweispurige,
ampel- und kreuzungsfreie B 31 neu quer durch Freiburg müsse sofort
Gegenstand der Diskussion werden, forderte der Aktionsbündnis-Sprecher,
denn eine solche abgespeckte B 31 neu genüge vollkommen, um den derzeitigen
Verkehr einschließlich der normalen Zuwächse aufzunehmen. Auch
sei diese Änderung möglich ohne Änderung des bestandskräftigen
Planfeststellungsbeschlusses.
V.i.S.d.P.: Reiner Ehret, Scheffelstr. 41, 79199 Kirchzarten, Tel. + Fax: 07661 980028
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