LNV-Presseinformation
12. Februar 1998
Neue Schnellstraßen schaden der Bahn
Stuttgarter Studie auch für Freiburg und die B 31 anwendbar
Was schon immer ein Argument der Gegner des Baus einer vierspurigen, autobahngleichen B 31 neu war, wird jetzt in einer Studie des Münchner Ingenieurbüros Intraplan Consult bestätigt: Der Bau von neuen Schnellstraßen kostet den Öffentlichen Personennahverkehr Millionen. Die renommierten Münchner Fachleute haben anhand von vier Straßenbauprojekten im Raum Stuttgart nachgewiesen, “daß besonders schnelle und leistungsfähige Straßen, die parallel zur S-Bahn verlaufen, dort zu weniger Fahrgästen führen.” Errechnet wurde, daß täglich 6.000 ehemalige Bahnfahrer wieder ins Auto zurückgestiegen sind. Dies macht bei den vier ebenfalls jeweils als Ortsumfahrungen getarnten Schnelltrassen eine Einnahmeminderung von drei Millionen Mark pro Jahr aus.
Projiziere man diese wissenschaftliche Erkenntnisse auf das Projekt der B 31 neu, so folgerte der Verkehrsreferent des Landesnaturschutzverbandes, Reiner Ehret, dann gefährde die neue B 31 in der Tat den überfälligen Ausbau der Höllentalbahn. “ Nicht nur das Geld für das zweite Gleis wird fehlen,” so Ehret, “auch die Wirtschaftlichkeit des angestrebten Viertelstundentaktes wird verschlechtert,weil sich die Pendler bei uns ähnlich verhalten werden wie die in Stuttgart.” Es sei deshalb dringend erforderlich, das zweite Gleis der Höllentalbahn zumindest zwischen Freiburg und Himmelreich zu bauen, b e v o r die neue B 31 dem Verkehr übergeben werde. “Der Attraktivität einer 4-spurigen Schnellstraße muß unbedingt die attraktivere Bahnverbindung entgegengesetzt werden,” schlußfolgerte das LNV-Vorstandsmitglied, “sonst geht im Wettbewerb zwischen der Straße und der Schiene die Höllentalbahn wirtschaftlich “baden”, noch bevor das Regio-S-Bahn-Konzept umgesetzt ist.”
Der LNV plädiere deshalb generell für eine Verkehrsplanung,
bei der der Bau neuer Straßen nur noch als “ultima ratio” möglich
sei. Es würden immer noch zu viele Straßen geplant und gebaut,
die weniger der Entlastung von Ortskernen dienten, als vielmehr Autofahrern
eine schnelle Alternative zu leistungsfähigen Schienen böten.
“Und das,” so Ehret, “ist eine Verzerrung des Wettbewerbs zwischen Auto
und Bahn zu Lasten unserer Umwelt und zu Lasten des Steuerzahlers!”
Rückfragen richten Sie bitte an: Reiner Ehret, Verkehrsreferent
des LNV
Scheffelstraße 41
79199 Kirchzarten, Te. + Fax: 07661 98 00
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LNV
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg
Aktionsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
e.V.
Olgastraße 19, 70182 Stuttgart, Tel.: 0711 248955-20, Fax: 0711
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Letzte Änderung: 12.Februar 1998