Nr. 003 / 1. Jahrgang, Dienstag, 4. Februar
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Inhaltsverzeichnis
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- Internationale Solidaritaet
- Verkehrsministerium: Stadttunnel erst nach 2010
- Infame Berichterstattung
- Terminaeae
- Zeitungskampf in Suedbaden: Die Badische Zeitung kurz vor dem Ruin?
- Strassenschneisen - Gespraechsfaeden
- Wir sind empoert
- Kommentar
- Kultur koennte ansteckend sein: BSE jetzt auch bei Eichen
- Kurzinterview mit Prof. Hans Otto Muehleisen
- Leserbrief
- NEU-Jahrsempfaenge - ALTES Geschwaetz
- Impressum
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Internationale Solidaritaet
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FREIBURG (CCM) Die Auseinandersetzung um die B 31-Ost und die Namen
Boehme
und Schroeder gehen um die Welt. In Briefen aus den Vereinigten Staaten,
Norwegen, England und den Niederlanden erhalten die StrassenbaugegnerInnen
internationale Solidaritaetsbekundungen. Das europaeische Jugendnetzwerk
EYFA hat eine Protestfax-Aktion an OB Boehme und RP Schroeder initiiert.
In dem Schreiben werden die verantwortlichen Politiker angesichts der
"unverantwortlichen Folgen" zu einem sofortigen Baustopp aufgefordert.
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Verkehrsministerium: Stadttunnel erst nach 2010
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BONN (ltv) In einer Anfrage der gruenen Bundestagsabgeordneten Rita
Griesshaber widerspricht das Bundesverkehrsministerium der Argumentation
von OB Boehme, dass das Projekt Stadttunnel demnaechst in den
"vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans eingestuft wuerde,
und
es so einen nahtlosen Lueckenanschluss gaebe. Die Fortschreibung des
Bedarfsplanes fuer Fernstrassen wird voraussichtlich erst im folgenden
Jahrzehnt realisiert, "was auch vor Ort bekannt sei", so das Ministerium.
"Gegenwaertig sind keine genaueren Zeitangaben dazu moeglich.
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Infame Berichterstattung
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FREIBURG (dsd) Der Stadtredakteur der BZ und ADAC-Pressesprecher Popp
beschrieb im "Stadtgeplauder" gezielten Psychoterror der B31-GegnerInnen
gegen RP Schroeder. In einem offenen Brief der Aktionsbuendnisse warf
deren Sprecher Reiner Ehret Herrn Popp eine ungenaue Berichterstattung
vor. In einem Gespraech mit Herrn Schroeder am Rande der Podiumsdiskussion
in der Katholischen Akademie fuehrte dieser aus, so Ehret, "dass die
Attacken von Nachbarn seines Wohnhauses in der Oberriederstrasse ausgingen
und nicht von den Aktionsbuendnissen."
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Terminaeae
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Dienstagsdemos gehen weiter: 18h auf dem Rathausplatz
Jeden Sonntag 10.30 Uhr Zelt im Konrad Guenther Park: Gottesdienst
Samstag 8. 2. 13 Uhr Schuetzenallee Ecke Schwarzwaldstrasse: Kurz vor
der
Faellung: Taufe der Baeume in der Schuetzenallee mit Namen der
verantwortlichen PolitikerInnen.
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Zeitungskampf in Suedbaden: Die Badische Zeitung kurz vor dem Ruin?
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FREIBURG (xcv) Nach Informationen aus wohlinformierten Kreisen droht
dem
renommierten suedbadischen Regionalblatt der Konkurs. In Freiburg koenne
man sich der Konkurrenz durch Flugblaetter und Satirezeitungen nur
noch
mit groessten Muehen erwehren. 7000 Arbeitsplaetze in der Region seien
von
den Auswirkungen des moerderischen Wettbewerbs direkt und indirekt
betroffen. In der suedbadischen Oekohauptstadt ist in den vergangenen
Wochen anscheinend ein heftiger Zeitungskrieg entbrannt. Vor allem
die
Boehmische Zeitung musste erfahren was es heisst, wenn getroffene Hunde
bellen. Schon die erste Ausgabe des Flugblattes war wegen einer Formalie
von der Badischen Zeitung mit einer Anzeige geehrt worden. Nach Erscheinen
der zweiten Nummer allerdings flatterte eine strafbewehrte
Unterlassungserklaerung zur sofortigen Unterzeichnung ins Haus. Die
Boehmische verfolge Wettbewerbsabsichten und nutze durch ihre
nachahmendeTitelaufmachung den guten Ruf der Badischen zum Vertrieb
des
eigenen Blattes. Schon der Gleichlaut im Titel der BoeZet (B und Z
wie
Badische Zeitung) sei gesetzeswidrig.
Solchermassen bedroht wollten die MacherInnen der BoeZet schon die
Tastatur ins Schneefeld werfen, hatten sie doch mit ihrer Parodie offenbar
den Lebensnerv des von ihnen so hoch geschaetzten Blattes getroffen.
Nein,
wenn durch ihre kleine Satire das Ueberleben der einzigen Zeitung vor
Ort
gefaehrdet sein sollte, und der parodistische Charakter selbst fuer
erfahrene Redakteure nicht erkennbar war, wollten sie natuerlich gerne
in
Zukunft eine andere Titelaufmachung waehlen. Nachdem die Bedingungen
der
Unterzeichnung durch Verhandlungen der von der Boehmischen Zeitung
bemuehten Anwaelte auf ein vernuenftigeres Mass reduziert worden waren,
stand der Unterzeichnung der Erklaerung nichts mehr im Wege. Schliesslich
betaetigten die VerfasserInnen in einer Anwandlung von Reue ueber das
Getane das Faxgeraet, um auch andere Blaetter und Medien am Existenzkampf
der Badischen Zeitung teilhaben zu lassen.
Ganz auf die Herausgabe der Boehmischen Zeitung zu verzichten war ihnen
leider nicht moeglich, denn wer haette dann noch ueber den Widerstand
gegen den Bau der B 31 Ost berichtet?
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Strassenschneisen - Gespraechsfaeden
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Schroeder will sich aufregen - Wir auch! Gespraechsfaeden werden in
der
knapp dreistuendigen Diskussion ueber die B31 Ost neu am 22. Januar
in der
katholischen Akademie hoechstens hauchduenn gespannt. Die Veranstaltung
ist sehr schnell ausgebucht und die meisten der 400 Anwesenden sind
StrassenbaugegnerInnen. Auf dem Podium sitzen die beiden wichtigsten
Befuerworter der Strasse, Rolf Boehme und Conrad Schroeder, sowie als
Vertreter aus dem Aktionsbuendnis gegen die B31 Ost neu: Reiner Ehret
und
Helmut Thoma. Ueber Positionen und Zukunftsvisionen soll diskutiert
werden. Geredet wird aber ueber Tatsachen, die schon in den letzten
Jahren diskutiert wurden. So ist fuer Boehme besonders der Erhalt des
wirtschaftlichen Standorts Freiburg wichtig. Die Strasse sichert
Arbeitsplaetze, lockt durch guenstige Verkehrsanbindungen neue Investoren,
macht mehr Handel moeglich. Thoma weist auf den wirtschaftlichen
Aufschwung in der Tourismusbranche hin, der durch die Strasse gefaehrdet
waere. Der Bau der Strasse, so Schroeder und Boehme, sei nach 13
Gemeinderatsabstimmungen demokratisch legitimiert. Dabei sei ueber
falsche
Grundlagen abgestimmt worden, meinen die Vertreter der Aktionsbuendnisse:
Zur Abstimmung stand immer die Trasse mit dem Stadttunnel nach dem
Ganterknoten. Dessen Bau ist jedoch voellig offen. Die verschiedenen
Bezeichnungen fuer die Strasse verdecken Tatsachen, meint Ehret. Fuer
die
einen ist es eine Umgehungsstrasse, fuer die anderen eine Transitstrecke.
Fuer Schroeder ist es eine ueberregional wichtige Ausfallstrasse und
zwar
die umweltfreundlichste, oekologischste und teuerste Strasse, die in
Deutschland gebaut wird. Die brauchen wir auch, da "das Auto auch hier
der
Verkehrstraeger Nr 1 bleiben wird". Er muesse dafuer sorgen, dass der
Bundesverkehrswegeplan vollzogen wird.
Die an die Politiker gestellten Fragen aus dem Publikum werden ungenau
beantwortet. So ist immer noch unklar wo die Tunnelabgase hinkommen.
Auch
der Widerspruch zur Freiburger Klimapolitik, die eine CO2-Reduktion
anstrebt, scheint fuer die Politiker kein Problem zu sein. Sie
raeumen
ein, dass der Freiburger Osten waehrend der 4 Jahre Bauzeit mit
zusaetzlichen Verkehrsbelastungen zu rechnen hat. Dafuer gibt es dann
jedoch eine "gigantische Verkehrsberuhigung" (Boehme) im Bereich von
Maria-Hilf. Fuer Visionen und Zukunftsoptionen einer alternativen
Verkehrspolitik in Freiburg bleibt am Ende keine Zeit.
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Wir sind empoert
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"Beeilet euch zu verschandeln / bevor es zu spaeth ist ..." Als
der
Dichter Rudolfus Bohemiensis sein ironisches Sonett "Der Eichenwald"
(1624) so begann, haette er sich nicht traeumen lassen, auf welche
Weise
spaetere Generationen das Verschandeln als politische Ausdrucksform
hochstilisieren wuerden: Am Theater sehen wir das Schild der Baufirma
Holzmann mit Parolen der Strassengegner besudelt. Unlaengst erwischte
die
Polizei eine Person, die naechtens damit beschaeftigt war, den Info-
Container am Messplatz zu bespruehen. Und der Blick in andere Zeitungen
sagt uns, Bagger in der Uffhauser Strasse seien beschaedigt worden.
Bestehen hier Zusammenhaenge und soll uns bedeutet werden, Bagger seien
politisch nicht mehr korrekt? Der forschende Blick in andere Bereiche
des
oeffentlichen und unternehmerischen Lebens foerdert weitere Aergernisse
ans Licht. Im Gespraech mit der Sekretaerin einer weiteren Baufirma
war zu
erfahren, eine postalisch zugestellte Papprolle habe nicht wie erwartet
Bauplaene enthalten, sondern Asche, die sich auf dem Boden des Bueros
verteilte. Und schliesslich sahen sich eines Morgens die Angestellten
von
Rathaus und Regierungspraesidium ausserstande, ihre Briefkaesten zu
leeren, da diese verstopft waren: von ihren eigenen
Informationsbroschueren zum Bau der B 31 Ost neu - in zerrissenem Zustand.
Der vorlaeufige Gipfel der Destruktivitaet war jedoch erreicht, als
aus
dem Regierungspraesidium kuerzlich eine Ausfertigung der Bauplaene
fuer
den ersten Bauabschnitt verschwand. Das ist infam und wir fragen uns
- wie
soll das enden? Wir koennen nur mit dem Spruechle zum Wochenende
schliessen, es ist ungewohnt pessimistisch und stammt von Andreas Gryphius
(aus: Alles ist eitel) : "Was dieser heute baut, reisst jener
morgen ein
/ wo jetzund Staedte stehn, wird eine Wiese sein." N.Truestet
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Kommentar
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Ach Badische! Wer haette gedacht, dass Du ein solch humorloser Haufen
bist? Anstatt souveraen laechelnd wie immer alles besser zu wissen,
und
uns den Spass an der Parodie zu goennen, musst Du wie eine wildgewordene
Furie um dich faxen und bitterboese Drohungen ausstossen. Die
StrassenbefuerworterInnen und manch andere werdens Dir wohl danken
und die
uebrigen das tun, was Dir besser angestanden haette: sich amuesieren.
Vielen Dank fuer die Publicity. Die Boehmische Zeitung bleibt
auch
weiterhin eine nichtkommerzielle, unprofessionelle, unregelmaessig
erscheinende Zeitung, die Dank Spenden gedruckt werden kann.
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Kultur koennte ansteckend sein: BSE jetzt auch bei Eichen
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Nachdem vor einigen Wochen bereits ein Fall der Rinderseuche BSE bei
Huehnern aufgetreten war, vermehrten sich letzte Woche die Hinweise,
dass
die neue Geissel des Tierreichs nun auch vor Pflanzen nicht halt macht.
Das erste Opfer, eine dreihundertjaehrige Eiche aus dem
Konrad-Guenther-Park sollte letzte Woche als Kunstwerk der Stadt Freiburg
zum Geschenk gemacht werden. Eine Gruppe aus der Umwelt- und
Projektwerkstatt (UmProWe) wollte damit auf den ihrer Meinung nach
unnoetigen Bau einer Ortsumgehung im Freiburger Osten aufmerksam machen.
Aus damals noch unerklaerlichen Gruenden versagte Buergermeister Landsberg
- er war von den UmweltschuetzerInnen Wochen vorher angeschrieben worden
-
die Teilnahme an der feierlichen Uebergabe auf der Kaiser-Joseph-Strasse
und lehnte die Annahme des Geschenks ab. Dazu ein Sprecher der UmProWe:
"Es stimmt uns etwas befremdlich, dass die Stadt ein Geschenk ablehnt,
gleichzeitig jedoch 500.000 DM fuer ein Kunstwerk vor dem Konzerthaus
lockermacht. Ist etwa ploetzlich doch Geld genug da? "Weitere Bemuehungen
nach dem samstaeglichen Protestzug von 80 StrassenbaugegnerInnen durch
die
Stadt - sie hatten den 5 Tonnen schweren Stamm im Schlepptau - zeitigten
groteske Ergebnisse: Das Amt fuer Oeffentliche Ordnung zeigte sich
bestuerzt ueber die Lagerung der doch offensichtlich toten und
ungefaehrlichen Eiche in der KaJo und einige Gemeinderatsmitglieder
aeusserten deutlich ihren Unmut angesichts des Lagerplatzes. Nach
Recherchen der BoeZet wurde nun klar, dass die Angst begruendet ist.
Untersuchungen namhafter Botaniker ergaben eindeutig, der Stamm hat
BsE
(Boehmes staendige Einmischung)! Nachdem auch der Rektor der Universitaet
vor diesem heimtueckischen Syndrom zurueckschreckte, wird weiterhin
ein
Platz fuer die verseuchte Eiche gesucht! Karin Michaelis, die Kuenstlerin,
aeusserte in einem Gespraech mit der BoeZet: "Wir sind zuversichtlich,
dass es BsE-resistente Leute in der Stadt gibt, die der Eiche ein
angemessenes Forum zur Verfuegung stellen werden." Die BoeZet bleibt
dran!
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Kurzinterview mit Prof. Hans Otto Muehleisen
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Nach der Rodung des Konrad-Guenther-Parks kam eine Postkarte in Umlauf,
die zwei Fotos nebeneinander und damit zum Vergleich stellt: den
Freiburger Stadtgarten nach einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg
und
den Konrad-Guenther-Park nach dem Faellen der Baeume fuer den Baubeginn
der B31 Ost neu. Die BoeZet unterhielt sich mit dem Urheber dieser
Karte,
Hans Otto Muehleisen, Professor fuer Politikwissenschaft an der Uni
Augsburg.
Halten Sie den Vergleich nicht fuer etwas ueberzogen?
Zunaechst geht es mir bei dieser Postkarte um eine Dokumentation fuer
die
Gegenwart und die Zukunft. Was den Vergleich der beiden Bilder angeht,
so
weiss ich, dass er vielen sehr hart vorkommt - das eine war Krieg und
das
andere ist Frieden. Doch das koennte die Sache noch schlimmer machen.
Damals waren es Feinde, die Menschen mit Bomben toeteten und Natur
zerstoerten, heute sind es gewaehlte Volksvertreter, die Natur zerstoeren
und den Tod von Menschen durch hohe Abgaskonzentrationen im Bereich
der
Tunnelportale als Preis fuer das Strassenprojekt B 31 in Kauf nehmen
-
Ansteigen der Mortalitaetsrate nennt man das planungsrechtlich.
Gegen den Vergleich spricht, dass er die Bombennaechte des Zweiten
Weltkrieges verharmlost und die Aussagekraft des verwuesteten Parks
in
Frage stellt.
In beiden Faellen handelt es sich um Ereignisse fuer Freiburg, die ueber
diesen Tag hinaus langfristige Folgen und fuer das Leben vieler Menschen
sehr tiefe Auswirkungen haben. Und es ist keine Frage, dass das Thema
der
Vertreibung mit beiden Ereignissen verbunden ist.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied, der durch den Vergleich verwischt
wird, da beide Bilder ein Gefuehl von Ohnmacht vermitteln. Die
FreiburgerInnen allein haetten den Krieg nicht verhindern koennen -
jedoch: die Menschen in Freiburg koennten den Baubeginn dieser
Strasse
verhindern. Eine Eroerterung, ob und zu welchem Zeitpunkt die
Buerger die
politische Entwicklung, die zum zweiten Weltkrieg fuehrte, haetten
aendern
koennen, wuerde den Rahmen unseres Gespraechs sprengen. Aber sicher
ist,
dass der politische Druck, mit dem dieses Strassenprojekt betrieben
wird,
so gross ist, dass viele, gerade aeltere Menschen, nur noch mit dem
Gefuehl von Verzweiflung und Hilflosigkeit reagieren koennen. Ich habe
oft
gehoert, da kann man doch nichts mehr machen.
Was erhoffen Sie sich von diesem krassen Vergleich?
Die Auseinandersetzung mit der Frage, ob man das miteinander vergleichen
kann. Der Vergleich schaerft das Bewusstsein fuer die ganze Dimension
des
jetzt erfolgten Eingriffs und des Bauvorhabens, die von vielen Buergern
hier in Freiburg noch nicht wahrgenommen oder verdraengt wird. Menschen,
die fuer den Neubau sind oder die er kalt laesst, werden durch den
Vergleich eher abgeschreckt, weil der Eindruck entsteht, dass der
Widerstand aus einer sehr irrationalen Motivation heraus betrieben
wird.Sowohl die Betreiber des Projekts wie diejenigen, die andere
Loesungen fuer sinnvoller halten, denken und handeln nach eigener
Rationalitaet. Ohne Zweifel loest der drohende Bau auch Gefuehle wie
Angst
und Ohnmacht aus, die jedoch nicht irrational sind. Wer sich davon
abgeschreckt fuehlt, mag schauen, ob das Problem vielleicht bei ihm
selbst
liegt.
Wir koennen Gleichgueltigkeit nicht begegnen, indem wir Fakten ins
Ueberdimensionale verzerren. Wir leisten damit einen weiteren Beitrag
zur
Abstumpfung der Massen.
Menschen fangen an, sich um ihre Umweltbedingungen zu kuemmern, wenn
sie
persoenliche Auswirkungen spueren. Nachdem der Konrad-Guenther-Park
abgeholzt wurde, begannen neue Kreise der Bevoelkerung, die sich bisher
gleichgueltig verhalten haben, sich zu interessieren. Und eine Folge
des
Interesses ist das Engagement.
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Leserbrief zum Kurzinterview in der BoeZet Nr. 2
(Interview mit Stephan Muth von Greenpeace)
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Ist es wirklich noetig, Aktionsformen zu finden, "bei denen sich auch
eher
buergerliche Kreise angesprochen fuehlen"? Oh, wieviele Gedanken haben
wir
uns vor der Baumbesetzung gemacht, ob "so etwas" nicht die
buergerlichenKreise abschrecken koennte! Waehrend der Besetzung hat
doch
der grosse Rueckhalt aus allen Alters- und Bevoelkerungsgruppen gezeigt,
dass man dieses "Problem" fast nur ueberbewerten kann. Im Gegenteil:
die
Leute bleiben fern, wenn zuwenig action ist! Ich wuensche mir, dass
die
Boehmischen Doerfer eine sinnvolle Ergaenzung zu den etablierten
Organisationen bleiben- dass sie weiterhin fuer Ueberraschungen gut
sind
wie diejenige, aus der sie entstanden sind!
Holger Schuetze, Freiburg
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NEU-Jahrsempfaenge - ALTES Geschwaetz
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Unwahrheiten werden durch Wiederholung nicht zur Wahrheit. Ob
Regierungspraesident Schroeder, OB Boehme oder IHK-Praesident Frese:
die B
31 waere fuer Arbeitsplaetze in und um Freiburg wichtig, die Strasse
sei
keine Transit-Autobahn etc. pp. ...
Ueberall muss gespart werden, warum werfen sie die Neujahrsempfaenge
nicht
zusammen und tragen die fast gleichlautenden Verlautbarungen nicht
gemeinsam vor!? - An anderer Stelle beklagen sie die Auswirkungen der
Globalisierung und Internationalisierung, doch was machen sie, sie
bauen
das Netz fuer noch mehr Just in Time aus. Sie begruessen den Ausbau
von
Strassen, obgleich der Beschaeftigungseffekt im Vergleich zum Bahn-
und
OePNV- Ausbau oder der Wohnumfeldverbesserung 30 - 50% schlechter ist.
In
der Ende 96 erschienenen Studie "Kostenwahrheit - Verkehrsinfrastruktur
und wirtschaftliche Entwicklung" des Sueddeuschen Institus fuer
nachhaltiges Wirtschaften in Augsburg fuer das "Transitforum
Austria-Tirol", wird sehr eindruecklich belegt, wie der Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die
Beschaeftigungszahlen senkt, waehrend der Verkehr und die
Umweltbelastungen ueberproportional steigen. "Es wurde auf
unterschiedliche negative Aspekte einer zunehmenden
Internationalisierunghingewiesen. Dabei kann festgestellt werden, dass
die
angefuehrten Entwicklungstendenzen (zunehmender Verkehr, stagnierendes
BIP, sinkende Beschaeftigung und Realeinkommen) empirisch gut belegt
werden koennen...
Der Sozialabbau wird mit der realen und scheinbaren Notwendigkeit der
Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfaehigkeit begruendet. Man
kann
daher sagen, dass der Welthandel heute als Mittel zur Verringerung
des
Wohlstands eingesetzt wird, obwohl er eigentlich den Wohlstand erhoehen
sollte." soweit ein Studienauszug.
Globalisierung ist kulturschaedigend
Investoren im Ausland haben i.d.R. kein Interesse an einer
eigenverantwortlichen Wirtschaftsentwicklung der Bevoelkerung eines
Landes, dessen Regierende steuerfreie Investitionsmoeglichkeiten und
Hungerloehne bieten. An erster Stelle wollen sie die Konkurrenz auf
dem
bisherigen Heimatmarkt in die Knie zwingen und erst im zweiten Ansatz
zusaetzliche Maerkte im Investitionsland erschliessen. Oft werden
gewachsene Strukuren nachhaltig geschaedigt und die restlichen, bisher
funktionierenden Lebensgrundlagen durch zweifelhafte Versprechungen
zerstoert - vom oekologischen Raubbau ganz zu schweigen. Auch fuer
diese
unsoziale wie unoekologische Zerstoerungspolitik tragen die
Verantwortlichen der Industrie & Handelskammern, Politiker und
sonstige
Wirtschaftsfunktionaere eine Mitverantwortung. Sie haetten den Ueberblick,
wenn sie denn mit offenen Augen hinsaehen - - - merken sie nicht, dass
sie
von skrupellosen Profitjaegern missbraucht werden?
--------- Impressum --------- V.i.S.d.P.: Juern Sanders Kontakt ueber: Umwelt- und Projektwerkstatt HabsburgerInnenstr.9 79104 Freiburg Tel.: 0 76 1 / 55 40 83 Fax: 0 76 1 / 55 40 84 E-mail: UMWELTWERKSTATT@3LANDBOX.comlink.apc.org ------------------------------------- Weitere Kontaktmoeglichkeiten im Netz ------------------------------------- BOeHMische Doerfer GmBh (Gemeinschaft mit Baumhaeusern) E-mail: tree-camp@3landbox.comlink.apc.org WWW: http://mach2.faveve.uni-Stuttgart.de/greenpeace/F/baumhaeuser.html Aktionsbuendnisse gegen die B31 Ost neuE-mail: reiner.ehret@metronet.de (Sprecher der Aktionsbuendnisse)
Letzte Änderung: 4. Februar 1997