Nr. 002 / 1. Jahrgang, Dienstag, 14. Januar 1997
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------------------ Inhaltsverzeichnis ------------------ - Telephonterror - Verfahren eingestellt - Alles wird gut - Prognose '97: Breit angelegter Widerstand oder reibungsloser Baubeginn? - Wochenspiegel: Wir sind empoert - Bedeutung des Koblenzer Urteils in Freiburg umstritten: B 31-OST VERFASSUNGSWIDRIG? - Terminaeae - Rueckblick - Folge II - Diskussionsabend in der KTS: Widerstand ist nicht gleich Widerstand - Kurzinterview mit Stephan Muth: Greenpeaceaktion: Die Strasse telefonisch abwaehlen - UmweltpraktikantIn gesucht - Warum wir alle blond sind!! - Impressum und Kontaktadresse -------------- Telephonterror -------------- Um einmal die FreiburgerInnen zu Wort kommen zu lassen, hat die Greenpeace Gruppe Freiburg eine Telefonumfrage gestartet. Innerhalb von 48h haben sich 3794 AnruferInnen gemeldet. Davon sprachen sich 62,7% gegen den Bau der Strasse und fuer umweltgerechte Alternativen aus. Die Umfrage kann zwar nicht als repraesentative Meinung der FreiburgerInnen dargestellt werden, aber immerhin zeigt sie das rege Interesse am Thema und gibt den PolitikerInnen hoffentlich das Gefuehl, dass sich eine Menge Menschen in Freiburg Gedanken ueber eine alternative Verkehrspolitik machen. --------------------- Verfahren eingestellt --------------------- Waehrend der Raeumung des Konrad-Guenther Parks am 29.10.1996 wurden die Baumkletterer erkennungsdienstlich behandelt. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Noetigung wurde eingeleitet. Kurz vor Weihnachten stellte die Staatsanwaltschaft Freiburg die Ermittlungsverfahren ein. Das ham wir uns verdient. -------------- Alles wird gut -------------- Am 22. Januar findet in der katholischen Akademie, Wintererstrasse 1 um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Rolf Boehme und Konrad Schroeder ueber die B 31 statt. Dabei soll es um den Abbau der Aggressionen und Gegensaetze zwischen BefuerworterInnen und GegnerInnen der Strasse gehen Wer sich also von den beiden Herren, die ja schon immer um einen Ausgleich bemueht waren, erzaehlen lassen will, wie man mit ein paar Parkbaenken ( Gruenflaechengestaltung ) alles wieder gut macht, oder den Vertreter des Aktionsbuendnisses auf dem Podium mit klugen Fragen unterstuetzen will... --------------------------------------------------------- Prognose '97: Breit angelegter Widerstand oder reibungsloser Baubeginn? --------------------------------------------------------- Auch die Boezet konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich umfragend unters Volk zu begeben und die Hoffnungen fuer das Neue Jahr zu erkunden, soweit es den Neubau der B31 Ost betrifft. "Ich wuensche mir, dass moeglichst viele Strassen gebaut werden, um zuegig voranzukommen. Aber jetzt muss ich auf meine Strassenbahn." Ohne Namensangabe "Sofortiger Baubeginn - denn das schafft Arbeitsplaetze - und es musste kein einziges Haus geopfert werden fuer die neue Trasse (Stimmt. Denn das 300 Jahre alte Bauernhaus war ja kein Haus. Die Saetzerin.), kein Buerger evakuiert werden, nur ein paar olle Baeume mussten abgerissen werden- und das ist der Preis dafuer - sonst gar nichts." Herr R. "Ich wuensche mir fuer '97, dass nicht so viele Strassen gebaut werden - und dass die Leute die richtigen Politiker waehlen - damit nicht so viele Strassen gebaut werden - diese Art Widerstand meine ich." Herr Kroenke "Eigentlich wuensche ich mir, dass weniger Leute Auto fahren, dann braeuchten wir die Strasse nicht." Britta Hartmann "Ich wuensche mir, dass bald gebaut wird, denn ich wohne an der Strasse Kappel-Kirchzarten und wir haben einen Verkehr - das ist schrecklich." Ohne Namensangabe "Ich halt es nicht fuer realistisch, dass das Projekt gekippt wird, aber es waere schon mein Wunsch. Ich bin nach wie vor dagegen." Marlies "Ganz schnell, ganz schnell muss gebaut werden. Und die Leute, die das so lange verhindert haben, sollten zum Schadensersatz verpflichtet oder verurteilt werden - das wuensch ich mir. Und wo sind die Baumbesetzer gewesen, als der Eisbruch war - da haetten sie das Eis runterklopfen koennen, dann waeren die Baeume nicht zusammengebrochen. Den ganzen Schauinsland runter liegen Baeume am Boden." W. Maier "Ich finde den Neubau, und wie da in Littenweiler abgeholzt wird, nicht so toll. Deswegen habe ich auch kein Auto. Die Autofahrer, die im Stau stehen und die Ebneter koennen einem auch leid tun - aber ich denke, es muesste eine andere Loesung geben." Ohne Namensangabe "Aeh - da sag ich lieber nix." Ohne Namensangabe "Dass sie nicht gebaut wird." Johannes Wagnitz "Man sieht beide Seiten - die Leute in Ebnet hinten und auf der anderen Seite sehe ich doch laengerfristig die Ost-West-Verbindung von Frankreich bis in den Osten durch Freiburg laufen. So mitten durch die Stadt durch - das ist sicher nicht das Sinnvollste." Ohne Namensangabe "Den Baubeginn wuenschen tu ich mir bestimmt nicht - aber auf der einen Seite muss man auch an die Ebneter Buerger denken - aber auch an die Leute in Littenweiler und Kappel - es ist eine schwierige Situation." Frieda Faller ------------------------------- Wochenspiegel: Wir sind empoert ------------------------------- "Der Teufel ist ein Eichhoernchen" besagt ein altes deutsches Sprichwort und weist uns zu Recht darauf hin, dass das Daemonische nicht immer offensichtlich ist, sondern sich oft im Detail verbirgt. Angesichts dessen nimmt es nicht Wunder, wenn einige Ereignisse der letzten Wochen den Autor sehr nachdenklich stimmen.Grosse gelbe Anstecker mit der Aufschrift "Stoppt den Wahnsinn" leuchten uns nicht nur von den Jacken bekannter Strassengegner entgegen, sondern finden jetzt auch in der Freiburger Geschaeftswelt Verbreitung - so gesehen an einer Modepuppe bei "Hettlage" in der Kaiser- Joseph Strasse. Noch bedrohlicher sollte uns erscheinen, dass die Parkbesetzer im Zuge einer Verbruederung mit den Anwohnern einer aelteren Dame aus der Oberrieder Strasse ein Staendchen zum Geburtstag brachten - was diese offenkundig erfreut entgegennahm.
Die Verbruederungstaktik hat jedoch noch mehr empoerende Erfolge gebracht: so konnte am Heilig Abend ein Mitglied unserer Ordnungshueter im Park beobachtet werden, wie es den Besetzern eine Flasche Sekt ueberbrachte. Wir meinen: Weihnachten als Fest des Friedens und der Versoehnung, schoen und gut aber was zu weit geht, geht zu weit!
Wie nicht anders zu erwarten, machen die Umtriebe der Strassengegner auch vor bundesweiten Kulturtraegern nicht Halt. So konnte es geschehen, dass ihnen die Musikgruppe BAP - entgegen den Ankuendigen der Badischen Zeitung - auf ihrem Konzert in Freiburg ein Lied widmete. Aber vielleicht sollte uns das schon nicht mehr wundern.
Solchermassen befluegelt setzten einige subversive Elemente zu einem
weiteren Schlag gegen Recht und Ordnung unserer Kommune an: Bei einer Veranstaltung
des Buergervereins Mittelwiehre zum Neubau der B 31 Ost sahen sich die
teilnehmenden Herren des Tiefbauamts genoetigt, den Heimweg mit oeffentlichen
Verkehrsmitteln anzutreten -hinterruecks war die Luft aus den Reifen ihres
Wagens gelassen worden. Welches Lager dahinter steckt, kann der Leser leicht
erahnen. Bleibt zu folgern, dass wir uns wohl auch im neuen Jahr immer
wieder mit derartigen Uebergriffen konfrontiert sehen werden. Doch haben
wir durchaus die Moeglichkeit uns zur Wehr zu setzen: kontrollieren wir
regelmaessig unsere Jacken auf gelbe Anstecker, oeffnen wir niemals an
unserem Geburtstag unueberlegt die Tuer, boykottieren wir Rockgruppen aus
dem Koelner Raum, und legen wir uns die beim ADAC erhaeltliche Alarmanlage
fuer Autoreifen zu (naehere Auskuenfte erteilt der Pressesprecher des ADAC,
H. D. Popp, zu erreichen bei der Badischen Zeitung, Lokalteil). Das Spruechle
zum Wochenende kommt von Thomas von Aquin: "Theuffel und Daimonen / in
den Baeumen w nen".
N. Truestet
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Bedeutung des Koblenzer Urteils in Freiburg umstritten B 31-OST VERFASSUNGSWIDRIG?
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Der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz hat den Normenkontrollantrag
der Landtagsfraktion Buendnis 90/die Gruenen am 16. Dezember abgewiesen.
In der Klage ging es um die Verfassungsmaessigkeit des im Haushalt 96 gewaehlten
Leasingverfahrens fuer den Bau von Landstrassen. Das Gericht folgte nicht
der Klageschrift, sondern sah die private Vorfinanzierung unter dem Vorbehalt
der Wirtschaftlichkeit und der Haushaltstransparenz als verfassungskonform
an. Die Aktionsbuendnisse, die sich vom Koblenzer Urteil einen positiven
Effekt in der Auseinandersetzung um die B 31-Ost erhofft hatten, bezeichneten
die richterliche Entscheidung als "mutlos". Allerdings beinhaltet nach
Ansicht von Reiner Ehret [reiner.ehret@metronet.de],
Sprecher der Aktionsbuendnisse, das Urteil einen "riesigen Pferdefuss"
fuer die Betreiber des Baus der B 31 neu. "Es sei explizit gefordert worden,
dass alle fuer die private Vorfinanzierung vorgesehenen Strassenbauprojekte
einer Nutzen-Kosten-Analyse zu unterziehen seien", so Ehret. Eine solche
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde vom Regierungspraesidium bis heute
jedoch noch nicht durchgefuehrt. Der Bundesrechnungshof habe bei drei der
zwoelf Strassenbauprojekte auf Pump des Bundes eine Vergleichsrechnung
angestellt und eine Unwirtschaftlichkeit gegenueber der Haushaltsfinanzierung
attestiert. Ob das Aktionsbuendnis weitere Schritte in dieser Sache unternehmen
wird, ist noch nicht bekannt.
---------- Terminaeae ----------
Dienstag, 14.01. Die Demos gehen weiter. 18h auf dem Rathausplatz mit
Spass und Tanz
Mittwoch, 22.01. Podiumsdiskussion ueber die B 31 in der Aula der Kath.
Akademie, Wintererstr. 1, siehe Ankuendigung
Samstag, 25.01. Demonstration und kuenstlerische Gestaltung eines Baumstammes
vor dem Regierungspraesidium
Sonntag, 26.01. Veranstaltung im Zelt im Konrad-Guenther Park: 15h
"Pitsch - Patsch - Pinguin "Mitspiellieder mit Verdi und Schulz
Sonntag, 26.01.: Veranstaltung im Zelt im Konrad-Guenther Park: 19.30h
Theater L.U.S.T. - Improvisationstheater
Freitag 31.01: Katholische Fachhochschule Karlstr.: 21h Soli- Fete
--------------------- Rueckblick - Folge II ---------------------
Mit Zunahme der Motorisierung in der Nachkriegszeit wurde ab Anfang
der 50er Jahre die Diskussion um den Aus- bzw. Neubau der B 31 Ost wieder
aufgenommen. Das Regierungspraesidium uebernahm dabei die Planung fuer
eine neue Verkehrsfuehrung im Dreisamtal und die Stadt Freiburg fuer den
innerstaedtischen Bereich. Eine kleine Umfahrung Ebnet wurde 1956 von den
Ebnetern abgelehnt, weil dabei "wertvolles" Bauerwartungsland betroffen
gewesen waere. Es wurden jeweils mehrere Trassenvarianten diskutiert. Parallel
dazu gab es in den 60ern Ueberlegungen fuer eine Schwarzwaldautobahn, die
als Ost-West Verbindung zwischen den Nord-Sued Autobahnen dienen sollte.
Die Autobahn sollte dabei Freiburg vom Transitverkehr entlasten, die Erreichbarkeit
der Region sichern und das durch Wochenend- und Urlaubsverkehr ansteigende
Verkehrsaufkommen auffangen. Gegen diese Idee erhob sich schnell Protest,
weil dadurch mehrere Schwarzwaldtaeler durchschnitten worden waeren und
damit der Fremdenverkehr erheblich gelitten haette. 1979/80 gab der Bund
aus finanzpolitischen Gruenden die Planungen fuer insgesamt 7000km Autobahnen
auf. Dabei wurde auch die Schwarzwaldautobahn zurueckgestellt und als Alternative
der Ausbau einer leistungsfaehigen Bundesfernstrasse Freiburg - Donaueschingen
untersucht. Die neue Trasse sollte also auch den Transitverkehr auffangen.
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Diskussionsabend in der KTS: Widerstand ist nicht gleich Widerstand
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Der oeffentliche, breite Protest gegen die B-31-Ost konzentriert sich
auf No-Street-Partys und Kulturhappenings. Waehrend weiterhin einige hundert
Strassenbau-gegnerInnen zu den Veranstaltungen in den Konrad-Guenther-Park
kommen, hat sich ein Teil der Freiburger Linken vom bisherigen Widerstand
distanziert.Unter dem Motto "Was war - wie geht es weiter?" fand am 13.
Dezember eine Diskussions- Veranstaltung in der KTS-Vauban zu den bisherigen
Widerstandsaktionen statt. Von einigen Teilnehmenden wurde eine fehlende
Distanz zur Polizei sowie ein Mangel an Systemkritik geaeussert. Nach der
anfaenglichen Empoerung ueber den Baubeginn werden die Unterschiedene zwischen
den einzelnen Widerstandsgruppierungen sichtbar. Juern von der Umprowe:
Der Streit um die B 31-Ost ist lange und vehement gefuehrt worden. Nun
stehen die Bagger kurz vor ihrem ersten Arbeitseinsatz. Bei einer Realisierung
des Bauprojektes werden sich tiefgreifende Veraenderungen fuer Freiburg
und das Dreisamtal (durch mehr Verkehr, Flaechenverbrauch, Umweltkrank-heiten
usw.) ergeben.
Nur durch einen breiten Widerstand der Buergerschaft liessen sich die Plaene der BetonkopfpolitkerInnen noch verhindern. Der Widerstand ist dabei fuer mich in erster Linie aus der Sorge um eine intakte Umwelt motiviert. Eine grundsaetzlich kritische Reflexion ueber unser Wirtschafts- und Herrschaftssystem kann ich durchaus teilen. Allerdings ist es wohl aussichtslos, von einem solchen Disput eine Auswirkung auf den Bauverlauf dieser und anderer Strassen zu erwarten. Deshalb ist ein gewaltfreier, kreativer Widerstand, der von einer Kooperation mit der Polizei nur profitiert, und ein ziviler Ungehorsam die effektivsten Moeglichkeiten, viele Leute anzusprechen, um damit noch etwas zu bewegen. Wenn mensch jedoch auf einen Massenprotest setzt, bedarf es gleichzeitig der Toleranz gegenueber denjenigen MitstreiterInnen, die nicht in allen Punkten meine Meinung teilen.. Hildert von Radio Dreyeckland: Die B 31-Ost ist ein Kind der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Mehr Strassen fuer mehr Konsum und mehr Profite einiger Menschen. Deshalb ist meine Kritik an der geplanten Strasse aus einer grundsaetzlichen Ablehnung unseres selbstmoerderischen Wirtschaftssystem begruendet. Ich leiste Widerstand, um das Problem an der Wurzel anzugehen. Mit einer solchen Kritik unserer Lebenswelt vor Augen faellt es schwer, vorbehaltlos mit denjenigen gegen die Strassen zu protestieren, die sich mit dem Kapitalismus arraniert haben oder diesem positiv gegen ueberstehen. Somit messe ich der Auseinandersetuzung mit dem System meine erste Prioritaet bei; der Strassenwiderstand ist dabei zwar eine mir wichtige, aber nicht alleinstehende Ausdrucksform. Mensch muss sich bei Dienstags-Demos verdeutlichen, dass die Polizei ein Teil dieses Systems ist. Das Ziel des Schmusekurses der OrdnungshueterInnen, ist nichts anderes, als den bisherigen Protest einzulullen. Deeskalation steht letzlich fuer den Wunsch nach Friede, Freude, Eierkuchen - und nicht fuer einen empoerten Aufschrei nach Veraenderungen.
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Kurzinterview mit Stephan Muth Greenpeaceaktion: Die Strasse telefonisch
abwaehlen ---------------------------------------------------
Dass Greenpeace es im vergangenen Dezember genau wissen wollte und
die FreiburgerInnen zur telefonischen "Abstimmung" ueber den Neubau der
B31 Ost aufrief, laesst sich unserer Meldung aus Seite eins entnehmen.
Ueber Sinn, Unsinn und Bewertung dieser Aktion soll folgendes Kurzinterview
mit Stephan Muth [S.MUTH@GAIA.de] von Greenpeace Aufschluss geben. Was
war der Ausloeser fuer diese Aktion? OB Boehme und Regierungspraesident
Schroeder behaupten immer wieder, die Strasse sei demokratisch legitimiert,
was formal gesehen richtig ist, weil der Gemeinderat sich fuer die Strasse
ausgesprochen hat. Aber die FreiburgerInnen wurden nie gefragt, wie sie
zu der Strasse stehen - und wir wollten durch die Telefonumfrage darueber
mehr Aufschluss bekommen. Wie beurteilt ihr die Ergebnisse? Es haben sich
62,7% der Anruferinnen gegen die Strasse und fuer umweltgerechte Alternativen
ausgesprochen, das schaetzen wir als sehr realistisch ein. Interessant
ist, dass trotz geringem Werbeaufwand so viele Leute angerufen haben. Ist
diese Art der Umfrage wirklich aussagekraeftig? Mehrfachanrufe koennen
wir - wie bei allen Telefonumfragen - nicht ausschliessen, allerdings haben
sich diese Ergebnisse schon zu Beginn der Umfrage abgezeichnet - was gegen
Mehrfachanrufe spricht. Repraesentativ ist das Ergebnis allerdings nicht.
Was bedeuten die Zahlen denn fuer den Widerstand? Fuer uns heissen die
Zahlen dass ein ueberwiegender Teil der Bevoelkerung sich gegen die Strasse
aussprechen wuerde, wenn es eine Wahl gaebe. Wir schaetzen es so ein, dass
die Zahl der Strassengegner bei knapp ueber 50% liegen duerfte und dass
der Widerstand von breiten Teilen der Bevoelkerung getragen wird - zumindest
ideel. Was gibt dir die Sicherheit, dass es ueber 50% sind? Du hast selbst
gesagt, die Ergebnisse sind nicht repraesentativ und fuer viele StrassenbefuerworterInnen
ist die Sache ohnehin gegessen - ich glaube nicht, dass sie den Bau noch
fuer verhinderbar halten. Warum sollten sie also anrufen? Mir hat der Widerstand
waehrend des Baumhuettendorfes deutlich gemacht, dass ein grosser Teil
der Bevoelkerung die Aktionen gutgeheissen und untestuetzt hat - wenn auch
nicht immer aktiv, aber zumindest ideell. Es zeigt sich ja auch bei wissenschaftlichen
Erhebungen zum Thema oeffentlicher Nahverkehr, dass die Buerger durchaus
bereit sind, umzusteigen, wenn das Angebot entsprechend gut ist - Beispiel
Regiokarte. Nochmal zurueck zu der Frage: Was bedeutet das Ergebnis der
Umfrage konkret fuer den Widerstand? Fuer uns bedeutet das, dass wir breite
Teile der Bevoelkerung in den Widerstand miteinbeziehen und Aktionsformen
finden muessen, bei denen sich auch eher buergerliche Kreise in einem legalen
Rahmen aufgehoben fuehlen. Die Dienstagsdemos sind ein Schritt in diese
Richtung. Und wir muessen den Leuten zeigen, dass es sich lohnt - und dass
jeder, der fuer eine andere Verkehrspolitik ist, sie jetzt einfordern muss.
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UmweltpraktikantIn gesucht
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Die BOeHmischen Doerfer suchen einE PraktikantIn fuer die Koordinationsarbeit
gegen die B-31-Ost. Das Praktikum sollte mindestens sechs Monate dauern.
Interesierte koennen weitere Infos bei den BOeHMischen Doerfern unter der
Rufnummer 0161-4321518 erhalten.
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Warum wir alle blond sind!!
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Gesetze sind zu schwierig zu verstehen, zu lesen und zu behalten, vor
allem fuer Blonde. Darum konnte es der Badischen Zeitung gelingen, einen
formalen Fehler bei unserer ersten Ausgabe zu entdecken. Die "echte" BZ
erstattete Anzeige wegen Verletzung des Landespressegesetzes, 8 Impressum.
Die MitarbeiterInnen der BoeZet haben unwissentlich eine Ordnungswidrigkeit
begangen, da sie keinen Personennamen im Impressum angegeben haben. Tschuldigung
wir sind halt blond!
--------- Impressum ---------
V.i.S.d.P.: Heike Holdgreve Kontakt ueber:
Umwelt- und Projektwerkstatt
HabsburgerInnenstr.9
79104 Freiburg Tel.: 0 76 1 / 55 40 83 Fax: 0 76 1 / 55 40 84
E-mail: Umweltwerkstatt@3landbox.comlink.apc.org
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Weitere Kontaktmoeglichkeiten im Netz
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BOeHMische Doerfer GmBh (Gemeinschaft mit Baumhaeusern)
E-mail: tree-camp@3landbox.comlink.apc.org
WWW: http://mach2.faveve.uni-Stuttgart.de/greenpeace/F/baumhaeuser.html
Aktionsbuendnisse gegen die B31 Ost neu
E-mail: reiner.ehret@metronet.de
(Sprecher der Aktionsbuendnisse)
www: http://WWW.INFRA.DE/B31
Letzte Änderung: 27. Januar 1997
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